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Vermisste Zwillinge
27. Januar 2012 21:32; Akt: 27.01.2012 21:34 Print
«Ich behalte die Hoffnung»
Ein Jahr nach ihrem Verschwinden fehlt noch immer jede Spur von den Zwillingen Livia und Alessia. Die Suche geht weiter – auch wenn sich ein weiterer Hoffnungsschimmer in Luft auflöste.
«Die Situation ist eigentlich hoffnungslos, genauso hoffnungslos wie vor einem Jahr», sagt Irina Lucidi, Mutter der vermissten Zwillinge Livia und Alessia, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Und doch: «Ich behalte die Hoffnung.» Solange die Ermittlungen weiter gingen, wolle sie diese nicht aufgeben.
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Erster Appell der Mutter auf Deutsch
Am Montag jährt sich die Entführung der Mädchen zum ersten Mal. Vater Matthias S. hatte die Sechsjährigen damals über das Wochenende betreut und sie danach nicht mehr zurückgebracht. Er fuhr vielmehr mit seinem Auto nach Marseille und nahm die Fähre nach Korsika. Vier Tage später beging er Selbstmord in Süditalien – nicht ohne eine Botschaft zu hinterlassen, dass die Mädchen «nicht leiden mussten».
«Wir haben bis heute keinen einzigen eindeutigen Beweis, dass die Zwillinge auf der ganzen Fahrt des Vaters dabei waren», sagt Kapo-Sprecher Sauterel. Zeugen wollen die drei zusammen auf der Fähre gesehen haben. Hat er die Sechsjährigen gar über Bord geworfen? Auch ein Jahr später bleibt damit die wichtigste Frage, der Verbleib der Mädchen, unbeantwortet.
Help-Line ab Montag
Mutter Irina Lucidi will nun die Wut und die Verzweiflung, die sich in ihr aufgestaut hätten, zugunsten anderer Kinder in etwas Positives umwandeln: «Dies hilft mir, besser zu leben, Hoffnung zu haben auf eine bessere Welt.» Am 7. Oktober 2011, dem siebten Geburtstag der Zwillinge, hat sie deshalb die Stiftung «Missing Children Switzerland» ins Leben gerufen. Die Organisation lebt von privaten Spenden und zählt zwischen 10 und 15 Angestellte und freiwillige Helfer.
Deren Herzstück, eine Help-Line mit der Nummer 0848 116 000, wird am Montag in Betrieb genommen und soll rund um die Uhr funktionieren. Das Angebot will die Behörden bei Ermittlungen unterstützen, aber auch präventiv wirken. «Wir sehen die Helpline keineswegs als Konkurrenz zur Polizeiarbeit, sondern vielmehr als sinnvolle Ergänzung», so Kapo-Sprecher Sauterel zu 20 Minuten Online, der in regelmässigem Kontakt mit der Zwillingsmutter steht.
Hellseher melden sich nicht mehr
Die öffentliche Teilnahme am Schicksal der Zwillinge hat in den letzten Monaten abgenommen: «Seit Anfangs Jahr hat uns zum Beispiel kein einziger Hellseher mehr angerufen. 2011 waren es noch hunderte», so Sauterel. Für die Polizei ist der Fall aber längst noch nicht ad acta gelegt: Die Ermittlungen laufen in Italien, Frankreich und der Schweiz weiter, wie der untersuchende Staatsanwalt, Pascal Gilliéron, bestätigt.
Kürzlich sind gar drei Waadtländer Beamte «in ein europäisches Land» gereist. Wie Sprecher Sauterel sagt, sei auf einem Foto ein Kind gesehen worden, das Livia gleiche. Vor Ort mussten die Polizisten dann aber feststellen, dass es sich um ein anderes Mädchen handelte.
(fum/sda)
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Alle 8 Kommentare






























Riva
Mein Gott, was haben die sich Gegenseitig angetan, dass Liebe in abgrundtiefen Hass umgewandelt wurde.Nie, einfach nie darf die Rache über unschuldige Kinder laufen.
An die Familie
Ich wünsche der ganzen Familie viel Kraft. Mein Vater sagte stets die Hoffnung stirbt zuletzt. Unsere Gedanken sind bei euch.
Wahnsinnig
Dieser Vater hat die Mutter auf die übelste Art und Weise bestraft. Er hat ihr nicht "nur" die Kinder genommen sondern auch die Gewissheit was mit ihnen ist und wo sie sind, ob sie leben oder nicht. Und das scheint sich noch lange so hinzuziehn. Jedesmal wenn wieder ein Artikel über die Kleinen erscheint werde ich fast wahnsinnig weil es wieder nichts Neues zu berichten gibt. Manchmal wäre es mir lieber die Medien würden nicht mehr darüber berichten bis es was Konkretes gibt, andererseits ist es auch wichtig die Geschichte aufrecht zu erhalten. Viel Mut der Mutter!!
stimmt
du hast recht es ist bei mir nämlich genauso.