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13. März 2008 09:23; Akt: 13.03.2008 14:50 Print
Über diese Frau stolperte Spitzer
Call-Girl Kristen kostet den New Yorker Gouverneur Elliot Spitzer mehrere tausend Dollar und seine Politiker-Karriere. Schwacher Trost: Präsident Bush hat die Familie von «Client 9» in seine Gebete aufgenommen.
Nach Informationen aus Ermittlungskreisen zahlte der Politiker der Demokraten mehrere tausend Dollar für eine Nacht mit einem Call-Girl namens Kristen. Dazu mietete er im Februar zwei Räume im Mayflower-Hotel in Washington. FBI-Agenten hatten Spitzer schon zuvor überwacht und in ihren Berichten als «Client 9» (Kunde Nummer 9) geführt.
Auslöser der Ermittlungen war nach Informationen der Nachrichtenagentur AP eine interne Rechnungsprüfung zu auffällig häufigen Barabhebungen. Bezahlter Sex wird in Washington als Straftat verfolgt. Ausserdem gibt es Ermittlungen wegen eines möglichen Verstosses gegen ein Gesetz, das den Wechsel in einen anderen US-Staat zum Zwecke der Prostitution ahndet.
An der Seite seiner Frau Silda sagte Spitzer: «Ich gehe nach vorn mit der schon von anderen geäusserten Überzeugung, dass unser grösster Ruhm als Menschen nicht darin besteht, dass wir nie fallen, sondern darin, dass wir jedes Mal wieder aufstehen.» Seine Amtszeit als Gouverneur betrachte er mit dem Gefühl, «was noch alles hätte sein können». Am Montag werde er aus dem Amt ausscheiden, sagte Spitzer, während seine Frau jeden seiner Sätze mit einem schweren Atemzug begleitete. Der 48-jährige Vater von drei jugendlichen Töchtern entschuldigte sich für sein Verhalten und sagte, er habe seine Verpflichtungen gegenüber seiner Familie verletzt.
Schon bald nach den ersten Presseberichten waren Forderungen nach einem Rücktritt laut geworden. In der Republikanischen Partei wurde auch ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) ins Gespräch gebracht. In einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit der Bewohner des Staates New York für den Rücktritt Spitzers aus, der als enger Parteigänger von Hillary Clinton gilt.
Im November 2006 war Spitzer mit dem Rekordergebnis von 69 Prozent zum Gouverneur des Staats New York gewählt worden. Danach sank aber die Zustimmung zu seiner Amtsführung auf 30 Prozent. Vor seinem Amtsantritt im Januar 2007 war Spitzer mehrere Jahre lang New Yorker Generalstaatsanwalt und machte sich mit seinem Vorgehen gegen Korruption einen Namen. In diesem Amt ging er auch gegen die organisierte Prostitution vor.
Nachfolger wird am Montag Spitzers bisheriger Stellvertreter David Paterson. Er wird damit der erste Gouverneur schwarzer Hautfarbe in New York und gleichzeitig der erste Gouverneur seit Franklin Roosevelt mit einer Körperbehinderung - Paterson ist nahezu blind.
Im Weissen Haus sagte Regierungssprecherin Dana Perino, Präsident George W. Bush betrachte die Angelegenheit als eine «traurige Sache». «Er hat Gouverneur Spitzer und seine Familie in seine Gedanken und Gebete aufgenommen», sagte Perino.
Quelle: YouTube

























