28. Mai 2008 17:30; Akt: 28.05.2008 17:31 Print

Blutige Killergames: «Es macht einfach Spass»Blutige Killergames: «Es macht einfach Spass»

Gewaltverherrlichende Computerspiele werden immer brutaler und realistischer - ihre Nutzer immer jünger. Heute berichtet die «Rundschau» über den ersten Schweizer Prozess, bei dem ein Verkäufer von Killergames auf der Anklagebank sitzen wird.

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Beim Volk und der Regierung regt sich Widerstand gegen Killergames. Im Bundeshaus sind mehrere Vorstösse hängig, die ein Verbot von Gewaltspielen fordern oder zumindest einen verstärkten Jugendschutz.

Angesichts der Videospiele der neusten Generation scheint dies auch nötig. Der Spieler kann in den Gamesgrausame Gewalt anwenden: Ein Massaker veranstalten, Polizisten abknallen, Passanten mit dem Auto überfahren. Die Darstellung ist realistischer denn je.

Media-Markt-Chef verzeigt

Kantonsrat Roland Näf (SP/BE) ist einen Schritt weiter gegangen. Er hat den Geschäftsleiter einer Media-Markt-Filiale angezeigt, weil in dessen Laden das Ballerspiel «Stranglehold» verkauft wird.

Jetzt muss das Strafeinzelgericht Bern prüfen, ob Spiele wie «Stranglehold» gegen den so genannten Brutalo-Artikel im Schweizer Strafgesetz verstossen. Das Urteil könnte im Umgang mit Videospielen wegweisend sein. Der Prozess findet am 3. Juni statt.

Spass an der Gewalt

Die Rundschau zeigt, wie brutal die Games heute gespielt werden: Ohne Hemmung schlagen Gamer auf wehrlose Opfer ein oder fahren Passanten über den Haufen. «Es macht einfach Spass», sagt der 19-jährige Spieler Timo.

Für Medienwissenschafter Matthias Steinmann ist nicht ausgeschlossen, dass sich solche Taten in der virtuellen Welt auch auf das Verhalten in der Realität auswirken. Es sei deshalb nötig, bei den Spielen klare Grenzen zu ziehen: «Da kann die Gesellschaft durchaus sagen: Wir wollen das nicht, das brauchen wir nicht.»

Reaktion der Branche

Mit der Gründung des SIEA-Verbandes reagierte die Branche 2003 auf das starke Wachstum der Computerspiel-Umsätze und auf die gesellschaftlichen Probleme, die daraus entstehen. 2008 wird global ein Umsatz von 35 Milliarden Dollar erwartet.

Rundschau/rre