Althaus-Unfall

07. Januar 2009 17:33; Akt: 07.01.2009 17:43 Print

Verunfallte Slowakin beigesetzt

Die beim Skiunfall mit Dieter Althaus getötete Slowakin ist unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden.

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Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus ist drei Tage nach seinem schweren Skiunfall aus dem Koma erwacht und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der 50-Jährige trug - im Gegensatz zur 41-jährigen Slowakin - einen Helm. Althaus erlitt neben einer kleineren Hirnblutung und einem Bruch im Gesicht mehrere Prellungen. Nach Angaben der Ärzte werden die Blutungen im Körper abgebaut, eine Operation sei nicht nötig. Noch immer ist unklar, warum der Ministerpräsident auf der Riesneralm mit der slowakischen Urlauberin bei etwa Tempo 50 km/h an einer Pistenkreuzung zusammenprallte. Nach ersten Ermittlungen sei Althaus von seiner roten Piste (1) auf den blauen Hang der Urlauberin (2) geraten, weshalb es erst zur Kollision (3) kommen konnte. Die Unfallstelle auf der Riesneralm - die Kreuzung der beiden Pisten «Sonnige» (Vordergrund), die Dieter Althaus fuhr und «Panorama-Abfahrt», die die verunglückte Frau fuhr. Die Kreuzung, aufgenommen von der «Panorama»-Seite. Ein Skitechniker versucht nun, anhand der Spuren und der Beschädigungen an der Ausrüstung den Unfallhergang zu rekonstruieren. Zum tragischen Unfall suchte die Polizei dringend nach Augenzeugen. Am 3. Januar meldete sich ein Mann, der behauptet, den Unfall beobachtet zu haben. Am 7. Januar ist Beata Christandl unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden. An der Trauerfeier im oststeirischen Riegersburg nahmen auch Katharina Althaus (rechts), die Ehefrau des thüringischen Ministerpräsidenten, sowie dessen Stellvertreterin Birgit Diezel teil. Die Familie von Dieter Althaus hat der Verstorbenen einen Kranz gewidmet. Eine Woche nach dem Unfall ist Dieter Althaus in seine Heimat zurückgekehrt. Althaus wird sich voraussichtlich noch mehrere Wochen medizinischen Behandlungen unterziehen müssen.

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An der Trauerfeier im oststeirischen Riegersburg nahmen auch Katharina Althaus, die Ehefrau des thüringischen Ministerpräsidenten, sowie dessen Stellvertreterin Birgit Diezel teil. Die Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Weitere Trauergäste standen vor der Tür. Fotografen waren zum Gottesdienst nicht zugelassen.

Ortspfarrer Alois Hauptmann sprach davon, dass es am Ende des Lebens eines Menschen immer das Wichtigste sei, welche Spuren er hinterlassen habe. Die 41-Jährige sei in jeder Hinsicht ein fröhlicher, positiver und freundlicher Mensch gewesen und habe immer mehr gegeben als genommen. Ein Militärgeistlicher schilderte, dass für die vierfache Mutter die Geburt ihres Sohnes im Januar 2008 der absolute Höhepunkt ihres Lebens gewesen sei.

Zum Abschluss der Seelenmesse wurde Weihrauch entzündet, eine Flötenweise beendete den Gottesdienst. Anschliessend wurde der mit roten Rosen geschmückte Sarg auf dem Friedhof von Riegersburg - dem Heimatort des Ehemannes der Verstorbenen - beigesetzt. Etwa 300 Trauergäste erwiesen der gebürtigen Slowakin die letzte Ehre. Bei der Aufbahrungshalle war ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das unter anderem geschrieben wurde: «Es ist so unglaublich, mir fehlen die Worte. Mein tiefstes Mitgefühl» oder «Wir wünschen dir für die schwere Zeit ganz viel Kraft.»

Verlegung von Althaus weiter unklar

Die Frau war am Neujahrstag auf der Skipiste der steirischen Riesneralm mit Althaus zusammengeprallt und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch während des Hubschraubertransports ins Krankenhaus verstarb. Althaus, der sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zuzog, befindet sich indes auf dem Weg der Besserung. «Es verläuft alles so, wie wir uns es gewünscht haben», erklärte der Leiter der Unfallchirurgie des Krankenhauses Schwarzach, Franklin Geneli, am Mittwoch laut einem APA-Bericht. Der CDU-Politiker habe die Nacht gut verbracht und mache gesundheitliche Fortschritte. An den Unfall könne sich er sich aber nach wie vor nicht erinnern.

Wann Althaus das Krankenhaus Schwarzach verlassen kann, blieb weiter unklar. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Verlegung nicht vor dem Ende der Woche zu erwarten», sagte Krankenhaussprecher Karl Söllhammer.

Bei den Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung gibt es nach Justizangaben keine neuen Erkenntnisse. Entgegen Medienspekulationen könne aber keine Rede davon sein, dass die beiden Unfallopfer beim Aufprall meterhoch durch die Luft geflogen seien, sagte der Sprecher der Leobener Staatsanwaltschaft, Walter Plöbst, der APA. Vielmehr seien beide Unfallbeteiligten seitwärts voneinander weg auf die Piste geschleudert worden. Die Ermittlungen dürften laut Plöbst in etwa vier Wochen abgeschlossen sein.

(dapd)

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