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29. September 2007 17:24; Akt: 29.09.2007 17:24 Print
Briten wollen Häftlinge auf Schiffen einsperren
Die englischen Gefängnisse sind am Überquellen: Zehntausende Briten sitzen in Haft. Die Regierung zieht jetzt alle Optionen in Betracht. Eine davon sind schwimmende Gefängnisse auf hoher See.

Die HMS Weare, das erste Gefängnisschiff Englands. (Bild: Keystone)
Erst im Juni hatte sich die Regierung dazu entschieden, einige Gefangene vorzeitig zu entlassen, weil manche Anstalten hoffnungslos überfüllt sind. Die britische Regierung will jetzt angesichts überfüllter Gefängnisse Häftlinge künftig auch auf umgebauten Schiffen einsperren.
Neu ist die Idee mit den Gefängnisschiffen nicht: Im Jahr 1997 ging vor Portland die HMS Weare, das erste schwimmende Gefängnis der Insel, vor Anker. Das Schiff bietet Platz für 400 Häftlinge und löste in England eine Kontroverse aus, weil es den Anforderungen nicht genügte.
So hielt ein Bericht fest, dass es den Schiffshäftlingen absurderweise wegen falscher Bauweise an Frischluft mangle - und das auf dem Meer. Auch biete es keinen Platz für Workshops oder Bewegung. Eine Renovation, um den üblichen Standards zu genügen, würde laut einem BBC-Bericht würde mehr kosten als ein herkömmliches Gefängnis.
Nichtsdestotrotz greift jetzt die Regierung aus Not wieder auf die Idee zurück: Derzeit sind 81 133 Menschen im Vereinten Königreich in Haft, das sind nur rund 1000 unter der Kapazitätsgrenze. Interessenverbände kritisierten das neue Vorhaben umgehend. «Eine Spanische Armada von Gefängnisschiffen löst die Gefängniskrise nicht», sagte Frances Crook, Direktorin eines Verbands für Strafrechtsreformen.
(sda)

























