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31. März 2006 11:32; Akt: 31.03.2006 11:32 Print
Horror-Medikament: «Ich glaubte zu explodieren»
«Mein Kopf fühlte sich an, als ob ein Lastwagen darauf geparkt hätte. Er schwoll an und ich fürchtete, dass meine Augäpfel explodieren würden. Die Schmerzen waren unerträglich.» Testperson Nav Modi berichtet erstmals vom Horror nach der Einnahme des Wirkstoffs TGN1412.
Der Brite Nav Modi hat gegenüber der englischen Zeitung «The Sun» vom Alptraum erzählt, den er wegen des Horrormedikaments durchleben musste: «Eine Stunde nach der Injektion des Medikaments spürte ich plötzlich einen Schmerz, den ich kaum beschreiben kann. Ich fühlte meinen Kopf anschwellen - wie bei einem Elefanten. Ich glaubte, dass ich explodieren würde.»
Ryan Wilson, 21, liegt immer noch auf der Intensivstation.
Die Firma, welche vor zwei Wochen die Tests durchführte, hatte Modi und den anderen Testpersonen zuvor versichert, dass die Versuche absolut sicher seien. Doch inmitten dieses schrecklichen Alptraums - Modi fürchtete um sein Leben - konfrontierte ihn eine Schwester mit der Wahrheit: «Mr. Modi, sind sie sich im Klaren darüber, dass sie sehr, sehr krank sind? Wenn sie nicht vollständig mit uns kooperieren, werden sie sterben.» Kurz darauf wurden die Testpersonen auf die Intensivstation eines nahen Spitals überführt.
Im Spital durfte die Freundin Nav Modi besuchen. Sie erlitt einen Schock, als sie ihren Liebsten sah. Sein Gesicht sei auf die doppelte Grösse angeschwollen gewesen, wie sie ihm später erzählte. Modi ist im Nachhinein froh, dass er sich selbst in diesem Zustand nicht sehen konnte. Er fürchtet, dass ihm das den Rest gegeben hätte. Nav Modi hatte Glück im Unglück. Er konnte die Intensivstation nach vier Tagen des Horrors verlassen. Ryan Wilson (Bild), der am stärksten betroffen ist, liegt immer noch auf der Intensivstation. Doch die Folgen des missglückten Medikamententests spürt auch Modi noch heute. Er hat Kopfschmerzen, Schmerzen in den Armen und leidet unter Gedächtnisverlust. An einem Medikamentenversuch würde er nie mehr teilnehmen - «nicht für eine Million Pfund.»
Neue Antikörper-Substanz
Die Testpersonen hatten an klinischen Versuchen mit der Substanz TGN1412, einem neuen Wirkstoff zur Behandlung schwerer Krankheiten wie Leukämie, rheumatoider Arthritis und Multipler Sklerose, teilgenommen. Als Folge erlitten sie schweren Entzündungen.
Sie hatten sich für 2000 Pfund (4500 Franken) für die Erprobung der Substanz zur Verfügung gestellt, die bei Tierversuchen an Kaninchen und Affen laut TeGenero keine Gegenreaktionen ausgelöst hatte.
Die deutschen Forscher hatten gehofft, mit der neu entwickelten Antikörper-Substanz die so genannten T-Zellen des Abwehrsystems beeinflussen zu können, um ein zu schwaches oder überaktives Immunsystem ins Gleichgewicht zu bringen.

























