
Zum ersten Mal sind nicht nur Einzelpersonen, sondern mit dem Celebrity Center und der Bibliothek die wichtigsten Strukturen von Scientology angeklagt. Der Prozess geht zurück auf Anzeigen dreier ehemaliger Mitglieder. Laut Anklageschrift versuchte Scientology seine Anhänger nicht nur zum Erwerb von Geräten wie dem sogenannten Elektrometer zu nötigen. Durch die Verabreichung überdosierter Vitaminpräparate und durch erschöpfende Saunakuren und Mammutsitzungen seien die Anhänger zudem in einen Zustand der Unterwerfung getrieben worden.
In Frankreich als Sekte eingestuft
Ins Rollen gebracht hat das Verfahren die Klage einer Frau, die 1998 an einer Metrostation angesprochen wurde. Nach einem Persönlichkeitstest wurde sie zu einem Termin eingeladen, um das Ergebnis zu analysieren. In den folgenden Monaten bezahlte sie der Anklage zufolge
Wegen der Verabreichung von Vitaminen muss sich die Organisation, die in Frankreich als Sekte eingestuft wird, auch wegen illegaler Ausübung des Apothekerberufs verantworten. Die Verteidigung räumt zwar Fehlverhalten einzelner Scientologen ein, will aber eine Verurteilung der Organisation verhindern. «Die Entdeckung eines pädophilen Priesters stellt auch nicht die gesamte katholische Kirche in Frage», sagte Anwalt Patrick Maisonneuve.
(sda)|
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