20. Februar 2007 06:33; Akt: 20.02.2007 06:44 Print

Anglikanische Kirche gegen SchwuleAnglikanische Kirche gegen Schwule

Weil die anglikanische Weltkirche um ihr Weiterbestehen bangt, will sie in Zukunft keine homosexuellen Bischöfe mehr zulassen. Auch gleichgeschlechtlichen Paaren soll der Segen in Zukunft verweigert bleiben.

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Mit einem Verbot der Einsetzung von weiteren homosexuellen Bischöfen will die anglikanische Weltkirche ihr drohendes Auseinanderbrechen verhindern. Auch soll es keine kirchlichen Einsegnungen für homosexuelle Paare geben, wie die Anglikanische Gemeinschaft zum Abschluss einer sechstägigen Versammlung in Tansania beschloss.

Die Episkopalkirche in den USA, die den Konflikt 2003 mit der Weihe des schwulen Bischofs Gene Robinson ausgelöst hat, wurde aufgefordert, ihre Haltung bis zum 30. September zu klären. Andernfalls würde die Stellung der Episkopalisten in der Anglikanischen Gemeinschaft «bestenfalls beschädigt», hiess es in einer am Montagabend in Daressalam veröffentlichten Erklärung.

Die Teilnehmer der Versammlung beschlossen zudem die Reform des Kirchenvertrags der Anglikanischen Gemeinschaft. Der neue «Anglican Covenant» soll eine Bestimmung enthalten, dass eine der 38 Landeskirchen unter «extremen Umständen» ihre Mitgliedschaft verlieren kann. Bereits jetzt haben einige Landeskirchen ihre Beziehungen zur Episkopalkirche suspendiert. Und mehrere Gemeinden der amerikanischen Episkopalisten sind aus der Kirche ausgetreten, um sich den Anglikanern in Afrika anzuschliessen. Der konservative nigerianische Erzbischof Peter Akinola hat ein eigenes Netzwerk für solche Gemeinden eingerichtet.

Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, der als geistliches Oberhaupt der 77 Millionen anglikanischen Christen fungiert, sagte nach dem Welttreffen in Daressalam, die Beschlüsse reichten nicht weit genug, um alle Konflikte zu lösen. «Sie bieten aber einen Weg, um in Würde voranzuschreiten.»

Die Wurzeln der Anglikaner liegen in der Trennung der englischen Kirche von Rom im Jahr 1534 - Hintergrund war der Streit über die Rechtmässigkeit der Ehen von König Heinrich VIII. In der Theologie steht die anglikanische Kirche den Protestanten nahe, die Liturgie aber blieb der katholischen Tradition verhaftet.

(dapd)