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Psychologie

Heute ist der deprimierendste Tag

Der 19. Januar 2009 hats in sich: Ein britischer Psychologe hat ausgerechnet, dass heute der deprimierendste Tag aller Zeiten ist.


Grauer Himmel, kaltes Wetter, Grippewelle, Finanzkrise: «Blue Monday»
(Bild: Thomas Kienzle)
Brenda Spencer nach ihrer Verhaftung
Brenda Spencer nach ihrer Verhaftung
Die «Boomtown Rats»
Die «Boomtown Rats»

Es gibt Tage, da bleibt man besser im Bett. Heute dürfte dieser Gedanke überdurchschnittlich vielen Leuten durch den Kopf gehen, denn heute Montag, dem 19. Januar 2009, kommen mehrere Faktoren zusammen, die uns das Leben schwer und diesen Tag zum deprimierendsten Tag überhaupt machen. Das behauptet zumindest ein britischer Psychologe, der — so berichtet Daily Mail Online — eine mathematische Formel entwickelt hat, die den 19. Januar als schlimmsten «Blue Monday» aller Zeiten identifiziert.

Finanzkrise macht alles schlimmer

Kaltes Wetter und ein grauer Himmel setzen dabei gewissermassen den klimatischen Grundton; Montage sind als Beginn der Arbeitswoche ohnehin eher unbeliebt. Dazu kommen weitere Unannehmlichkeiten, die uns traditionellerweise um diese Zeit herum heimzusuchen pflegen: Die Erinnerung an die Feiertage verblasst, und wenn sie aufgefrischt wird, dann vorzugsweise durch Kreditkartenrechnungen, die jetzt eintrudeln. Jetzt ist auch die Zeit, in der man die zu Jahresbeginn noch eifrig befolgten guten Vorsätze resigniert wieder sausen lässt.

All dies vermiest uns jedes Jahr die Laune, sagt Dr. Cliff Arnall (43), ehemaliger Psychologe an der Universität von Cardiff. Aber dieses Jahr kommt noch mehr dazu: Die Finanzkrise sorgt dafür, dass zu den üblichen Sorgen noch die Angst um den Arbeitsplatz und die Furcht vor Verschuldung kommt. «Die Finanzkrise bedeutet, dass heute potentiell der deprimierendste Blue Monday ist, den wir je hatten», behauptet Arnall.

Grippewelle

Dazu kommt noch, dass die ohnehin deprimierten Menschen von einer Grippewelle überrollt werden. Die britische Firma FirstCare, die nach eigenen Angaben führend im Absenzenmanagement ist, erwartet für heute, dass sich bis zu 22 Prozent der Arbeitnehmer krank melden. Ein Sprecher sagte Daily Mail Online, es sei kein Zufall, dass Erkältungen und Grippe in einem ökonomisch kälteren Klima vermehrt aufträten.

Arnall rät uns, nicht vor dem «Blue Monday» zu kapitulieren: Die beste Methode, dem Montags-Blues zu entkommen, sei, etwas Lustiges zu tun. Sich eine Komödie auf DVD anzuschauen zum Beispiel, mit Freunden zusammen etwas essen zu gehen oder jemanden anzurufen, den man schon ewig lange nicht mehr gesehen habe.

«I don't like Mondays»

Es empfiehlt sich in der Tat, negativen Gefühlen nach Kräften etwas Positives entgegenzusetzen. Allerdings muss schon einiges schief gehen, bis aus einem Montags-Blues ein regelrechter Amoklauf wird. Das berüchtigste Beispiel dafür ist wohl Brenda Spencer, die ihre Abneigung gegen den ersten Tag der Woche blutig ausdrückte: Die damals Sechzehnjährige erschoss 1979 vor der Grover Cleveland Elementary School in San Diego zwei Menschen und verletzte neun weitere.

«I don't like Mondays» war der zynisch-hilflose Spruch, den sie nach ihrer Verhaftung als Motiv angab — und der die irische Band «The Boomtown Rats» zu ihrem Welthit inspirierte.
Immerhin: Spencer, die von ihrem Vater zu Weihnachten ein Gewehr statt des gewünschten Radios erhalten hatte, beging die Bluttat nicht an einem 19. Januar — es war der 29.

(dhr)

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