31. Oktober 2007 16:07; Akt: 31.10.2007 16:09 Print

Hochzeitspärchen für Terroristen gehaltenHochzeitspärchen für Terroristen gehalten

Unschuldig ist ein frisch verheiratetes muslimisches Paar auf seiner Hochzeitreise in der Lüneburger Heide unter Terrorverdacht geraten. Nach Angaben der Polizei erregte das Paar vergangenen Woche in Hamwiede bei Walsrode Verdacht bei Dorfbewohnern.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

«Es ging ein ernst zu nehmender Hinweis aus der Bevölkerung ein, dass ein Ferienhaus konspirativ von einem islamischen Pärchen gemietet worden war», bestätigte am Mittwoch ein Sprecher der Polizei in Soltau Presseberichte. Man sei dem Hinweis nachgegangen und habe das Ferienhaus kontrolliert.

Der 26-jährige Maschinenbauingenieur, der das Ferienhaus zusammen mit seiner Frau für die Hochzeitsreise gemietet hatte, sprach hingegen «von einer Durchsuchung ohne Durchsuchungsbefehl». Die Beamten hätten geklopft, «Polizei, bitte aufmachen!» gerufen und gegen seinen Willen alle Räume des Hauses durchsucht, sagte der an der Universität Hannover arbeitende Wissenschaftler der AP. Der Mann stammt aus Kuwait und ist Deutscher. Seine 32-jährige Frau aus Deutschland trat im Jahr 2000 zum Islam über und trägt Kopftuch.

«Nach dem Öffnen der Tür bat ich die Polizei, zu warten, weil sich meine Frau gerade anzog», sagte der Wissenschaftler. Die Beamten hätten ihn aber beiseite gestossen und alle Räume und Schränke kontrolliert. Später, als sie von der Hochzeitreise erfahren hätten, sei den Ermittlern das eigenen Verhalten aber eher peinlich gewesen.

Nach Angaben des Ingenieurs dauerte die Kontrolle, an der insgesamt acht Polizisten beteiligt gewesen seien, eine knappe Stunde. Als Grund für die Durchsuchung habe die Polizei eine auffällige Anreise ohne Auto und sein orientalisches Aussehen angegeben. Die Hochzeitreise habe das Paar am kommenden Morgen vorzeitig abgebrochen.

(dapd)