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15. Juni 2007 18:06; Akt: 15.06.2007 18:10 Print
Tessin ertrinkt im Regen
Die neue Häufung von Gewittern und starken Niederschlägen hat seit gestern Abend in der Schweiz vereinzelt Schäden angerichtet, aber keine Verletzten gefordert. Die grössten Regenmengen gingen im Nordtessin nieder, wo heute gegen 100 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden.
Nach Auskunft von Meteoschweiz waren die Niederschlagsmengen nur im Tessin aussergewöhnlich, und zwar vor allem in Alpennähe. In Robiei im Val Bavona gingen bis um 17.00 Uhr 95 Liter pro Quadratmeter nieder. In Ambri-Piotta in der Leventina waren es 77 Liter, in der Magadino-Ebene immerhin noch 59 Liter.
Die Tessiner Kantonspolizei rief die Verkehrsteilnehmer zu grösster Vorsicht auf. Wer nicht unbedingt auf die Strasse müsse, solle zu Hause bleiben. Damit würden auch mögliche Hilfseinsätze von Polizei, Ambulanzen und Feuerwehren erleichtert. Über gravierende Zwischenfälle lagen bis zum Abend aber keine Meldungen vor.
Nach intensiven Regenfällen wurde nach 15.00 Uhr die Hauptstrasse Brig - Andermatt zwischen Oberwald und Gletsch im Obergoms von einem Murgang verschüttet. Menschen kamen nicht zu Schaden, wie die Walliser Kantonspolizei auf Anfrage bekannt gab. Die Strasse blieb jedoch vorerst gesperrt.
Ein Blitz setzte in der Nacht zum Freitag ein Einfamilienhaus in Hedingen im Kanton Zürich in Brand und richtete einen Sachschaden von einer halben Million Franken an. Verletzt wurde niemand, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte. Die 83-jährige, allein im Hause wohnende Eigentümerin konnte das Haus unverletzt verlassen.
Eine Woche nach den schweren Unwettern mit drei Toten im Emmental beendete am Freitag die Armee ihren Einsatz in der Region Huttwil. Rund 60 Angehörige des Katastrophenbataillons 4 hatten seit vergangenem Dienstag unter anderem eine Notbrücke zwischen Huttwil und Eriswil aufgebaut. Das Provisorium wird bis zum Ersatz der beschädigten Brücke in acht bis zwölf Monaten in Betrieb bleiben. Zudem hat die Truppe im Raum Chrummacker Schwemmholz und Teile eines Holzlagers aus dem Bachlauf geräumt, um im Falle eines nächsten Unwetters Schäden zu verhindern. Die Angehörigen des Zivilschutzes stehen weiterhin im Einsatz und werden während rund drei Wochen mit zwölf Geländefahrzeugen der Armee unterstützt.
Die Meteorologen rechneten zumindest für das Wochenende nicht mehr mit neuen Unwettern. Bereits am Freitagabend liessen die Niederschläge nach. Für Samstag und Sonntag wurde meist sonniges Wetter mit Temperaturen über 20 Grad vorausgesagt.
(dapd)

























