Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
01. September 2006 10:53; Akt: 01.09.2006 11:11 Print
Mit Naziparolen gegen Arbeitslosigkeit
«Arbeit macht frei»: Mit diesem «eindrucksvollen Spruch» wirbt ein italienischer Politiker in einer Broschüre gegen die Arbeitslosigkeit. Wo er den Spruch vorher gelesen hat, will er nicht mehr wissen.
Der italienische Provinzpolitiker Tommaso Coletti hat mit seiner Broschüre, in der der Nazispruch «Arbeit macht frei» vorkommt, einen Skandal ausgelöst: Diese Parole hatten nämlich die Nazis am Eingang des Vernichtungslagers in Auschwitz angebracht.
Coletti verteidigte die Wortwahl in der Broschüre mit der Begründung, der Spruch sei eindrucksvoll. Allerdings entsinne er sich nicht, wo er ihn gelesen habe.
Tommaso Coletti ist der Präsident der süditalienischen Provinz Chieti. Er war nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Ansa insbesondere von der Jüdischen Gemeinde in Rom wegen der Verwendung des Nazi-Spruchs kritisiert worden, der in Auschwitz der zynischen Verhöhnung der KZ-Insassen diente.
Der Gouverneur der Region Abruzzen, zu der die Provinz Chieti gehört, hat sich laut Ansa mittlerweile bei der jüdischen Gemeinde für die Broschüre entschuldigt. Coletti war zunächst nicht für einen Kommentar erreichbar.

























