20. Dezember 2006 19:32; Akt: 20.12.2006 19:44 Print

Die Flusspferde des DrogenbaronsDie Flusspferde des Drogenbarons

Der Drogenbaron Pablo Escobar liess auf seinem Anwesen in Kolumbien zu seinem Vergnügen einige Flusspferde frei. Escobar ist weg, doch die Flusspferde sind noch da - und werden zum Problem.

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Die 8.5 Quadratkilometer grosse Hazienda Napoles war Pablo Esocbars Luxusanwesen im Kolumbischen Urwald. Dort verfügte er über millionenschwere Drogendeals und feierte rauschende Partys. Hier liess es sich Escobar gut gehen, liess einen Jurassic Park mit einem halben Dutzend Plastikdinosauriern aufstellen. Auch ein Ring für Stierkämpfe und ein Flugplatz gehörten zum Anwesen. Ausserdem unterhielt der Drogenbaron einen Zoo mit Elephanten, Kamelen, Giraffen und Flusspferden.

Heute ist die Hazienda Napoles eine Bruchbude. Nachdem Pablo Escobar im Kugelhagel der Polizei starb, verrottet das Anwesen. Nur Fledermäuse treiben sich hier noch herum und Unkraut und der Jungen überwuchern den ehemaligen Palast des Drogenbosses. Vom einstigen Luxus ist nicht mehr viel übrig. Viele der exotischen Tiere sind eingegangen oder wurden an Zoos verschenkt.

Doch die Flusspferde blieben. Kein Zoo wollte die grauen Riesen, die teuer zu unterhalten sind. Trotzdem haben die Hippos überlebt - und sie scheinen sich dort wohl zu fühlen, denn sie vermehren sich rapide. Fünfzehn Jahre, nachdem die Regierung die Hazienda konfisziert hat, werden sie nun zum Problem. Holzzäune und Stacheldraht sollen sie auf dem Gelände halten, doch die 3-Tonnen-Tiere halten sich nicht daran und brechen mit Leichtigkeit aus ihrem Habitat aus.

«Diese Riesenviecher sind nicht zu kontrollieren», sagte Francisco Sanchez, ein kolumbianischer Wildhüter gegenüber der LA Times. «Diese Tiere sind einfach zu gross». Mittlerweile sollen sich zahlreiche Herden zu 50 und mehr Tieren zusammengeschlossen haben und langsam aus ihrem angestammten Reservat auszubrechen drohen. Letzte Woche musste ein Wildhüter ein Exemplar auf freier Wildbahn erschiessen, weil es in von Menschen bewohntes Gebiet vorstiess.