Hals über Kopf

12. März 2009 15:51; Akt: 12.03.2009 15:55 Print

Verrücktes Eis-Rennen spaltet LausanneVerrücktes Eis-Rennen spaltet Lausanne

Am kommenden Samstag liefern sich rund 100 Eisläufer in den Strassen von Lausanne ein halsbrecherisches Rennen. Sie rasen durch einen Eiskanal, der quer durch das Stadtzentrum führt und kämpfen damit um den Sieg in der Disziplin Ice Cross Downhill.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Gleich wie beim Ski- und Boarder-Cross gehen jeweils vier Konkurrenten gleichzeitig an den Start. Enge Kurven und Sprünge sowie Tempi bis zu 60 km/h sollen in dem 400 Meter langen Eiskanal für Spektakel sorgen. Die zwei schnellsten qualifizieren sich für die jeweils nächste Runde - so lange bis der Sieger feststeht.

Der Wettkampf wird vom Getränkehersteller Red Bull organisiert. Die österreichische Firma hatte im Jahr 2000 in Stockholm erstmals ein solches Rennen durchgeführt. Seither gab es gleiche Events in Kanada, den USA, in Helsinki, Moskau, Prag und - vergangenes Jahr - in Davos.

Die Rennen erwiesen sich als Publikumsmagnete. Die Organisatoren erwarten auch in Lausanne ungefähr 20 000 Schaulustige. Das Rennen wird auch von diversen TV-Sendern übertragen.

Kritisches Stadtparlament

In Lausanne haben nicht alle Freude an dem Event. Mit grossem Mehr verlangte das Stadtparlament am Dienstag in einer Resolution, dass die Stadtregierung künftig bei solchen Grossanlässen verstärkt auf Umweltfragen und das allgemeine öffentliche Interesse Rücksicht nimmt.

Kritik kam von Links und von Rechts. Die Parlamentsmitglieder halten den Aufwand für das dreistündige Spektakel für übertrieben. Der Bau der Bahn beanspruchte zwei Wochen und verursachte in der Innenstadt Verkehrsbehinderungen.

Zudem braucht die Herrichtung der Eisbahn bei den derzeit milden Temperaturen viel Energie. Für die Stadtparlamentarier ist es schlicht eine Energieverschwendung.

Die rot-grüne Stadtregierung verteidigte den Anlass. Man sei nach einer Güterabwägung zum Schluss gekommen, dass der Anlass das Image von Lausanne als Sportstadt stärke, sagte das zuständige Exekutiv- Mitglied.

(sda)