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Graffiti und ihre Folgen
04. März 2010 17:45; Akt: 05.03.2010 08:24 Print
Einmal gesprüht – für immer verschuldet
von Amir Mustedanagic - Zwei junge Zürcher haben 350 Graffiti gesprayt. Ein teures Hobby, denn den Schaden von 130 000 Franken müssen sie nun berappen. Kein Einzelfall. Denn oft dokumentieren Sprayer ihre Taten selbst.

Teure Beschäfitung: Bereits ein kleines Graffiti auf einem Zug kann 10 000 Franken kosten. Der Urheber dieses Graffitis müsste wohl mit einem sechststelligen Betrag rechnen. (Bild: Keystone)
Lärmschutzwände, Hochhäuser, Eisenbahntrassen: Keine Oberfläche war zu rau, kein Ort zu abgelegen. 350 Mal griffen zwei 17-Jährige zur Spraydose und richteten innerhalb von 10 Monaten einen Schaden von 130 000 Franken an. Nun konnte sie die Polizei überführen. Sollten sie von der Jugendanwaltschaft verurteilt werden, blühen ihnen horrende Rechnungen. Denn: Die Geschädigten haben auf jeden Rappen der Schadensumme Anspruch.
Flyer einer Präventionskampagne der Stadt und Kapo Zürich von 2006.
Illegales Sprayen wird nach Strafgesetz Artikel 144 geahndet. Nebst den Kosten für die Behebung des Schadens muss der Urheber demnach auch «mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe» rechnen, wie es im Gesetz heisst. Hat der Täter einen grossen Schaden verursacht, «so kann auf
Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden.»
«Das erste Auto, die erste eigene Wohnung, der erste grosse Urlaub – das sind dann schnell nur noch Zukunftsvisionen», sagt Priska Rast, Graffiti-Beauftragte der Stadt Zürich. Um das Geld für die entstandenen Kosten zurückzufordern, können die Geschädigten 30 Jahre lang Regress nehmen, so Rast. Kann der Sprüher nicht gleich bezahlen, erhalten die Geschädigten einen Schuldschein und können sogar Teile des Lohnes pfänden. «Die Sprayer sind sich dessen aber nicht bewusst.»
Zwei Sprayer, 1000 Graffitis und ein Schaden von 600 000 Franken
Dabei wird der Spass aus der Dose schnell teuer: Die Entfernung einer einzigen «Unterschrift», ein sogenanntes «Tag», kostet schnell 300 bis 500 Franken. Grössere Graffiti erreichen schnell Kosten von Tausenden von Franken. Wer immer und immer wieder seine Zeichen hinterlässt, muss nur einmal erwischt werden und die Schadensumme schiesst in den Hunderttausend-Franken-Bereich. Denn: Dank der Tags und den Signierungen auf den Graffitis können die Sprayereien ihren Urhebern zugeteilt werden.
In Zug wies die Polizei einer Sprayer-Bande über 170 Straftaten nach. Schadensumme:
SBB haben jährliche Schäden von sieben Millionen Franken
«Wir verlangen grundsätzlich jeden Franken des Schadens von Tätern zurück», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi. Den SBB entstehen durch Sachbeschädigungen gemäss Pallecchi jährlich Kosten von sechs bis sieben Millionen Franken. Darunter fallen das Zerschneiden von Polstern, das Zerkratzen von Fenstern oder eben das Besprayen von Waggons oder Lokomotiven. «Wir erhalten aber nur einen kleinen Teil des Geldes zurück, das Meiste müssen wir selbst tragen», sagt Pallecchi. Die Aufklärungsquote ist bei solchen Vandalenakten tief. Wird ein Sprayer nicht auf frischer Tat ertappt, fehlen oft die nötigen Beweise.
Die SBB haben deshalb ihre Bemühungen verstärkt: Die Abstellplätze der Züge werden seit einigen Jahren beleuchtet und bewacht. Mit positivem Effekt. Die Schadensumme hat sich in den vergangenen Jahren nicht erhöht, obwohl immer mehr Rollmaterial gemäss SBB unterwegs ist - und damit auch mehr Angriffsfläche.
Es geht auch anders
Graffiti muss nicht nur illegale Schmiererei sein. Aus der ursprünglichen Jugendszene hat sich eine Kunstszene entwickelt. In der Schweiz gibt es einige Graffiti-Künstler, die sich weltweit Anerkennung erarbeitet haben. Bekannte Grössen der Szene sind der Smash 137 oder auch der Dare. Deren Werke sind gemeinsam mit Kunst acht weiterer Graffiti-Künstler sind am 9. und 10. April im Kulturmarkt Zürich zu sehen.
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Alle 103 Kommentare






























Zu sanfte Gesetze
Als ehemaliger Sprayer und hetiger Mitarbeiter eines Entfernungsunternehmens kann ich nur sagen: selber schuld. Wer keinen Respekt vor Denkmalschutz und fremdem Eigentum hat, gehört bestraft und je härter um so besser. Sollen sie doch mal ihr Eigentum versprayen, doch dazu sind sie zu feige. Gibt in vielen Städten legale Orte zum Tagen und Sprayen, sogenannte Sprayerzonen, doch neeeeein, die Deppen wollen nur dort wo es verboten ist. Einfache Lösung: wie Skandinavien, direkt in den Knast, da es einfach nur Straftäter sind.
Deppen
Wer keinen Respekt vor fremdem Eigentum hat, der darf auch nicht verlangen, dass ihm Respekt gezollt wird. Also besprüht die Typen selber mit Farbe!
so ODER so
Für mich gibt es Graffiti und Schmirerreien. Die Graffitis finde ich cool. Und wenn diese noch an irgendwie sozialverträglichen Orten gesprüht sind so erfreut es sicher nicht nur meine Sinne.