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Sommerferien
11. Juni 2009 14:15; Akt: 11.06.2009 14:59 Print
Schweizer reisen billiger
Schweizer Touristen fahren trotz der Wirtschaftskrise in die Ferien, achten aber vermehrt auf ihr Portemonnaie: Sie buchen kurzfristiger, reisen weniger weit, suchen sich tendenziell günstigere Hotels aus und bleiben weniger lang.
Letztes Jahr hätten die Leute bereits im Januar und Februar ihre Sommerferien gebucht. In diesem Jahr seien die Buchungen später eingegangen, sagte Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.
Kreuzfahrten werden immer beliebter.(Bild: Keystone)
Schweizer Reisekasse hält an Preispolitik fest
Die Schweizer Reisekasse (Reka) hält bei ihren Ferien- Angeboten trotz der Krise an einer fixen Preispolitik fest. Vizedirektor André Dubois sieht darin einen Vorteil, da die Kunden wüssten, woran sie sind.
«Wir spüren auch, dass die Leute verhaltener sind», sagte Dubois. Die Buchungen für Ferien in der Schweiz entsprächen aber dem Vorjahresniveau.
Reka verliere zwar Kunden, die sich keine Ferien mehr leisten könnten. Doch gleichzeitig buchten nun mehr Touristen Ferienwohnungen, da diese billiger als Hotelferien seien.
Im Ausland verzeichne Reka einen «leichten Rückgang» von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte Dubois. Schweizer Touristen wollten aber immer noch ans Meer. Sehr gefragt sei das Mobil-Home-Angebot im Mittelmeerraum.
«Die Leute warten ab und buchen zum Teil erst im Mai oder Juni ihre Sommerferien», bestätigte auch Peter Brun, Sprecher von Kuoni. «Man sitzt auf den gepackten Koffern, will in die Ferien, weiss aber noch nicht wohin», sagte Roland Schmid von TUI Suisse.
Bei der Buchung von Individualreisen seien Schweizer und Schweizerinnen zurückhaltender, sagte Brun. Das heisse aber nicht, dass die Leute sich «jetzt nur noch auf Last-Minute-Angebote stürzen».
Hotelplan-Sprecherin Huguenin sagte, für günstige Angebote von Pauschal- und Direktreisemarken sei die Nachfrage etwas gestiegen. Kuoni-Sprecher Brun äusserte sich zu den Buchungen von Pauschalreisen «nicht unzufrieden».
Unter dem Strich sind die Buchungen jedoch zurückgegangen, wie sowohl Kuoni, Hotelplan als auch TUI Suisse bestätigten.
Preise in «Nachverhandlungen» gesenkt
Beliebte Ferienziele sind laut Hotelplan Tunesien, die Türkei, Ägypten und Griechenland. Zudem lägen Schiffahrten im Trend: Immer öfter entschieden sich auch Familien und Junge für diese Art von Ferien. Auch die Balearen und die Kanarischen Inseln seien gefragt, ergänzte Brun.
«Interessanterweise» würden zudem vermehrt Reisen nach Arabien gebucht. Gerade Dubai sei sehr gefragt, sagte Brun. Aufgrund der schwachen Nachfrage hätten die Hoteliers dort die Preise teilweise um bis zu 40 Prozent gesenkt.
Anders als im Vorjahr führe Kuoni mit den Anbietern «Nachverhandlungen» über die Preise. Huguenin sagte ebenfalls, dass die Hoteliers aufgrund der Wirtschaftskrise zum Teil mit den Preisen herunterkämen.
Weniger Langstreckenflüge
Sowohl Kuoni als auch Hotelplan stellten fest, dass die Leute vermehrt Kurz- und Mittelstreckenflüge buchen. Hotelplan habe die Flugkapazitäten für zwei Destinationen sogar aufgestockt, sagte Huguenin.
Auf Langstreckenflügen hingegen habe Hotelplan die Kapazitäten reduziert. «Die Leute reisen weniger weit», sagte Huguenin. Auch Kuoni verkleinerte seine Flugkapazitäten für die Monate Juni, Juli und August um rund 15 Prozent, wie Brun sagte.
Billigere Hotels, kürzere Aufenthalte
Einige Leute verzichten ganz auf das Flugzeug und verreisen mit dem Auto nach Kroatien oder in die Nachbarländer der Schweiz, wie TUI-Suisse-Sprecher Schmid sagte. Ferien «in der Nähe» mit dem Auto lägen im Trend. Die Leute seien so flexibler.
Viele Touristen verkürzten ihren Aufenthalt und blieben zum Beispiel nur noch elf anstatt vierzehn Tage in den Ferien, sagte Huguenin.
Auch bei der Wahl einer Bleibe achteten sie vermehrt auf das Geld: Die Leute buchten eher billigere Hotelkategorien, sagte Huguenin. Insgesamt seien im Vergleich zum Vorjahr 80 Fr. weniger pro Person ausgegeben worden.
(sda)


























