Earth Hour

28. März 2009 21:48; Akt: 28.03.2009 22:28 Print

Das grosse Lichterlöschen fürs KlimaDas grosse Lichterlöschen fürs Klima

Für den Klimaschutz sind rund um den Globus in vielen Städten die Lichter eine Stunde ausgeschaltet worden. An tausenden Orten herrschte Dunkelheit, wo sonst Sehenswürdigkeiten im Lichterglanz erstrahlen. In der Schweiz machten 14 Städte und Gemeinden mit.

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Von den Chatham-Inseln im Pazifik über Neuseeland, Australien und Asien wanderte die «Earth Hour» am Samstag zwischen 20.30 und 21.30 Uhr Ortszeit westwärts. Nach der Reise durch die Zeitzonen Afrikas, Europas und Amerika wollten sich 4000 Städte in 88 Ländern an der von den Vereinten Nationen unterstützten Aktion beteiligt haben, sagte «Earth Hour»-Direktor Andy Ridley von der Umweltorganisation WWF.

In Bern erstrahlten weder das Münster noch das Historische Museeum in ihrem üblichen Lichterglanz, als um halb neun Uhr abends die «Earth Hour» begann. Gemäss WWF-Medienmitteilung wurden in Basel unter anderem die Lichter der Rhein- und der Johanniterbrücke, des Münsters und des Ratshauses gelöscht. Auch das Genfer Wahrzeichen, der «Jet d'eau» lag für eine Stunde im Dunkeln.

In der Schweiz beteiligten sich neben Basel, Genf und Bern auch Bellinzona, Biel, Delsberg, Lancy GE, Lausanne, Morges VD, Neuenburg, Nyon, Vernier GE, Yverdon und Zürich. Dort löschte die Stadtverwaltung die Lichter des Rathauses, des Gross- und des Fraumünsters, der Predigerkirche aber auch der Nationalbank, der Universität und der ETH.

Sydney startete 2007

Die «Erdstunde» wurde erstmals 2007 abgehalten - eine einzige Stadt, Sydney, beteiligte sich an dem symbolischen Licht ausknipsen für mehr Umweltbewusstsein und der Forderung nach einem wirksamen internationalen Klimaschutzabkommen. Im vergangenen Jahr machten 400 Städte mit. Mit der diesjährigen Aktion soll vor allem Druck auf die Kopenhagener Klimaschutzverhandlungen gemacht werden, bei denen es Ende des Jahres um ein Nachfolgeabkommen für das Umweltprotokoll von Kyoto geht. Dieses Abkommen, dem beispielsweise die USA nicht beitraten, läuft 2012 aus.

China erstmals dabei

China, das bislang für sich eine international fixierte verbindliche Schadstoffreduzierung ablehnt, beteiligte sich erstmals an der Aktion. In Peking wurde das Licht an den bekanntesten Olympiastätten des vergangenen Jahres, dem «Vogelnest»-Stadion und dem «Wasserwürfel» abgeschaltet. Auch die Millionenmetropole Shanghai machte mit, Hongkong verzichtete auf seine «Symphonie des Lichts», bei der Laser- und Lichtquellen von 44 Gebäuden aus die Victoria-Bucht illuminieren. In Kuala Lumpur fielen die Petronas-Zwillingstürme ins Dunkel, die zu den höchsten Gebäuden der Welt zählen.

Auf den Chatham-Inseln 800 Kilometer östlich von Neuseeland begann «Earth Hour» mit dem Ausschalten von Dieselgeneratoren. In Auckland wurden etwas später auch die Lichter im höchsten Gebäude Neuseelands, dem Sky Tower, ausgeknipst. In Sydney, sozusagen der Geburtsstunde von «Earth Hour» vor zwei Jahren, gingen auch die Lichter der berühmten Oper aus. Forscher der neuseeländischen Station Scott in der Antarktis schalteten ebenfalls alle nicht dringend benötigten Geräte aus.

Von den Pyramiden über die Akropolis bis Las Vegas

Andere symbolträchtige Orte der diesjährigen «Earth Hour» waren die Pyramiden in Ägypten, die Athener Akropolis, das Londoner Riesenrad und die Lichtermeile von Las Vegas.

In Deutschland machten Hamburg und andere Städte an der von den Vereinten Nationen unterstützen Aktion mit. «Die Earth Hour ist eine Möglichkeit für die Bürger der Welt, eine klare Botschaft zu senden,» sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einer Internet-Botschaft.

Ridley sagte, die Veranstalter hätten angesichts der globalen Wirtschaftskrise mit einer geringeren Beteiligung gerechnet, es sei aber genau das Gegenteil eingetreten. «'Earth Hour' war immer eine positive Kampagne; das waren Strassenfeste und nicht Strassenproteste, es ist die Idee der Hoffnung und nicht der Verzweiflung», sagte Ridley. «Und ich denke, das ist dieses Jahr ungeheuer wichtig, weil es sonst so viel Verzweiflung gibt.»

Quelle: SDA/AP