25. März 2008 13:25; Akt: 25.03.2008 13:50 Print

Puff-Mutter lieferte Spitzer ans MesserPuff-Mutter lieferte Spitzer ans Messer

Es war anders, als es noch letzte Woche in den Medien stand: Nicht Callgirl Ashley Dupre hat Eliot Spitzer, den Ex-Gouverneur von New York verpfiffen, sondern ihre Chefin. Die wusste, dass sie ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen muss.

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Als «Madame» des Edelbordells «Emperor's Club VIP» fungiert die 32-jährige Brasilianerin Andréia Schwartz. Sie war es, die dem Staatsanwalt Kopien der Checks aushändigte, mit denen Eliot Spitzer die Dienste ihrer Mitarbeiterin Ashley Dupre bezahlt hatte. Schwartz selber soll keinen physischen Kontakt mit Spitzer gehabt haben. Gründe, dem einstigen Vorzeige-Biedermann eins auszuwischen, hatte sie aber ausreichend.

Schwartz führte jahrelang das illegale Edel-Bordell. Für die Prostituierten bezahlten die Kunden zwischen 750 und 1500 Dollar pro Stunde. Seit 2001 soll Schwartz einen Umsatz von 1,5 Millionen Dollar gemacht haben – steuerfrei, bis sie aufflog. Seither hat sie einen Prozess am Hals.

Die Anklage lautete auf Prostitution und Drogenbesitz. Nur durch die Herausgabe von brisanten Unterlagen konnte sie einer Haftstrafe entgehen. Und sie plauderte fleissig. So soll neben Spitzer auch Time-Warner-Finanzchef Wayne Pace auf der Kundenliste der Brasilianerin gestanden haben.

Und siehe da, die Brasilianierin konnte offensichtlich erfolgreich den Kopf aus der Schlinge ziehen. Alles ging für Schwartz relativ glimpflich aus. Ihre 1,2 Millionen Dollar teure Wohnung in Manhattan hat sie zwar verloren, auch das Bordell ist geschlossen worden. Behalten durfte sie laut der Zeitung «Daily News» nur 150 000 hart erarbeitete Dollar, die auf ihrem Bankkonto deponiert waren. In den Knast musste sie aber nicht. Vor wenigen Tagen reiste sie straffrei nach Brasilien aus.

(kle)