Todesstrafe

24. April 2010 08:48; Akt: 24.04.2010 08:57 Print

Er will lieber die KugelEr will lieber die Kugel

Ein zum Tode Verurteilter will lieber erschossen werden. Diese Methode wird aber in Utah nicht mehr praktiziert.

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Auf diesem Möbel soll der Todeskandidat erschossen werden. (Bild: Keystone/AP)

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Im US-Staat Utah wird am 18. Juni erstmals seit 1996 ein wegen Mordes verurteilter Mann von einem Erschiessungskommando hingerichtet. Richter Robin Reese erliess am Freitag in Salt Lake City eine entsprechende Anordnung, nachdem sich der seit 25 Jahren auf seine Hinrichtung wartende Ronnie Lee Gardner gegen die Giftspritze entschieden hatte.

In Utah kann ein Todeskandidat wählen, ob er erschossen oder vergiftet werden will. Die Hinrichtung mit der Giftspritze wurde in dem US-Staat erstmals 1999 praktiziert. Der 49-jährige Gardner ist der erste zum Tode verurteilte Häftling, der seitdem hingerichtet wird. Das Todesurteil wurde 1985 verhängt, weil er bei einem Ausbruchversuch einen Mann erschossen haben soll.

Die Giftspritze ist seit 2004 in Utah die Standardmethode für Hinrichtungen. Vier der zehn Insassen in Utahs Todestrakt haben erklärt, sie würden den Kugelhagel der Spritze vorziehen.

Von den 35 US-Staaten, die die Todesstrafe erlauben, ist Utah der einzige, in dem Hinrichtungen noch per Erschiessungskommando erlaubt sind. Seit der Oberste Gerichtshof der USA 1976 die Todesstrafe wieder erlaubt hat, wurden dort zwei Menschen auf diese Art exekutiert. Beim letzten Mal, 1996, war das Medieninteresse ungeheuer gross. Viele Journalisten sprachen von einem Überbleibsel aus der Zeit des Wilden Westens, als das Leben von Kriminellen häufig in einem glorifizierenden Kugelhagel geendet habe.

(dapd)