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Umwelt-Vignette
31. August 2010 17:04; Akt: 31.08.2010 17:23 Print
Der Zank um die Dreckschleudern
von Adrian Müller - Der Bund will Umweltzonen einführen, um Dreckschleudern in den Städten zu stoppen. In Deutschland gehören Sperrgebiete bereits zum Verkehrsalltag – und sorgen nicht nur für eitlen Sonnenschein.

In diesen Städten gibt es in Deutschland Umweltzonen, wo Fahrzeuge nur mit einer Umweltvignette passieren dürfen. In Berlin und Hannover etwa dürfen nur Fahrzeuge mit einer grünen Vignette in die Stadt fahren. (Bild: Wikipedia)
Nur noch wenige Wochen dauert es, bis die Feinstaubglocke wieder über den Schweizer Verkehrsachsen hängt. In vielen Städten werden dann die Grenzwerte andauernd überschritten. Dem will das Bundesamt für Strassen (ASTRA) entgegenwirken, indem durch Umwelt-Vignetten «Dreckschleudern» aus dem Stadtgebiet verbannt werden können. Die Stadt Genf will Umweltzonen bereits 2012 einführen. «Der Grossteil der Emissionen im Stadtgebiet stammt von wenigen, stark umweltschädigenden Fahrzeugen», sagt der Grüne Nationalrat Bastien Girod, der seit Jahren gegen Offroader kämpft. Es sei wichtig, dass die Schweizer Städte mit der Umweltvignette endlich ein wirksames Mittel erhielten, um solche Autos von ihren Strassen verbannen zu können.
Kurz erklärtFeinstaub gilt als Ursache von Erkrankungen der Atemwege. Um die Luftqualität zu verbessern und EU-Werte einzuhalten, führten die deutschen Städte Umweltzonen ein. Hinein dürfen nur Autos mit Feinstaubplakette. Die Plakette gilt ein Autoleben lang und ist je nach Emissionen grün (sehr sauber), gelb (sauber) oder rot (noch sauber). Dreckschleudern erhalten gar keine Plakette. Wer nach Deutschland fährt, kann beim TCS eine Umweltplakette kaufen.
Wie ist ein Auto eingestuft?
Ziffer 72 im Ausweis (Emissionscode) entscheidet. Benziner ohne Kat erhalten keine Plakette; mit geregeltem Kat ab Okt. 1987 die grüne (meist Zahl 1 bis 5 im Code). Diesel mit Doppelnull oder 1 im Code bekommen ohne Filternachrüstung keine Plakette! Mit geregeltem Filter (Zahl 4 oder 5) ab 2006 gibt es grün, mit 3 gelb, mit 2 rot.
Deutschland geht voran
In der Schweiz sind Umweltzonen trotz ASTRA-Beschluss noch Zukunftsmusik. Derweil gibt es in Deutschland bereits über 40 Umweltzonen. Und zwar nicht nur in Grossstädten wie München oder Stuttgart, sondern auch in kleineren Orten wie Freiburg im Breisgau oder Heidelberg (siehe Karte oben). «Bislang sind aber ausschliesslich Dieselfahrzeuge vom Verbot betroffen», sagt Andreas Hölzel, Verkehrsexperte beim Deutschen Automobilclub ADAC zu 20 Minuten Online.
Trotzdem müssen alle Fahrzeuge eine 28 Franken teure Umwelt-Vignette am Auto anbringen. Dies gilt auch für jene YB-Fans, welche Mitte September mit dem eigenen Wagen von Bern ans Euroleague-Spiel gegen Stuttgart fahren wollen. Wer es ohne Plakette versucht, dem droht eine Busse von 40 Euro. In der Schweiz ist noch nicht klar, wie viel die neue Vignette kosten wird. Erstaunlicherweise stehen bereits die Bussen fest: Wer die falsche Vignette an einem falschen Fahrzeug anbringt, muss 500 Franken zahlen. Wer ohne Vignette in eine Umweltzone fährt, muss in der Schweiz bis zu 100 Franken abdrücken.
Riesiger bürokratischer Aufwand
Millionen Fahrzeuge sind in den vergangenen Jahren in Deutschland mit einer Vignette versehen worden. «Dies ist ein gigantischer bürokratischer Aufwand ohne Nutzen», echauffiert sich ADAC-Experte Hölzel. Weder die Verkehrs- noch die Feinstaubbelastung hätte in den Städten gross abgenommen. Bastien Girod hingegen sieht eine positive Entwicklung: «Bis vor kurzem fuhren in Deutschland viele Autos ohne Partikelfilter, diese sind nun verschwunden.» Der Anreiz für den Wechsel auf ein umweltfreundlicheres Auto oder den ÖV sei gestiegen. Bereits wenige Prozente an Emmissionseinsparungen machten einen signifikanten Unterschied aus, so Girod.
Mit der Umwelt-Vignette verschwinden aber längst nicht alle Offroader vom Strassenbild. Ein Porsche Cayenne der neuesten Generation erhält ebenso eine grüne Vignette wie ein Hummer-Cabrio – und damit freie Fahrt in allen Deutschen Städten. Wie lange solche Offroader noch fahren dürfen, ist aber unklar: «Städte wie Berlin oder München haben die Grenzwerte laufend verschärft», so Hölzel.
20-Minuten-Leser finden Schlupflöcher
Nicht nur dieser Umstand sorgt bei den Lesern für Aufregung. Innert wenigen Stunden gingen auf 20 Minuten Online über 250 Kommentare zum Thema ein. User Roger Nufer hat bereits Schlupflöcher entdeckt: «Ich fuhr schon mehrmals mit Deutschen zum Einkaufen in solche Städte. Man nimmt Umwege in Kauf, um die Umweltzonen zu umfahren. Der Effekt: mehr Kilometer in der Innenstadt, mehr Lärm, mehr Abgase! Fazit: Nicht alles was auf den ersten Blick umweltfreundlich erscheint, ist es auch tatsächlich.» Leserin Manuela hingegen sieht Handlungsbedarf: «Es ist Zeit, dass etwas für die Stadtbevölkerung getan wird. Ich wohne an einer stark befahrenen Strasse inmitten einer Kleinstadt. Es geht nicht nur um die Abgase, es geht auch um «aufgemotzte» Boliden, die so viel Lärm machen wie 3 normale Autos miteinander.»
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Alle 484 Kommentare




























Umweltschutz geht anders
Wenn schon mehr Einnahmen generiert w. sollen, dann bitte ohne Vorwand. "Erfindet" einf. zur Autobahnvig.noch die Stadtvignette u. kaßiert. Dann habe ich aber als Bürger wenigst. den Vorteil, daß ich mit der Vign. alle Städte besuchen kann u. mir auch nicht vorgeschr. wird, mit w. Auto ich kommen darf. Sonst fahr ich ja für 2 Besorgungen aufm Land u. 1er in der Stadt zuerst zurück z. Auto wechseln, wasn Schwachsinn! Gründenker, laßt euch nicht veräppeln. Dreckschleudern gibts bei uns eh nur noch als Young- u. Oldtimer, also zahlenmässig unerheblich u. hübsche Abw. beim Höck im Straßsencafé.
Ein Problem gibt es da noch...
...Die vielen Politiker, welche solche Verordnungen fordern, aber selber mit den teuersten, protzigsten und grössten "Dreckschleudern" umherfahren müssten dann noch einen umweltfreundlichen Kleinwagen kaufen. Das ganze ist doch ein völliger Stumpfsinn.
"Dreckschleudern" umrüsten auf Kompogas
Ich habe ein Jeep und wäre bereit ihn auf zB.kompogas umrüsten zu lassen.... An einer Umweltenergie-Messe stellte ich meinen Wunsch vor, mit dem Resultat, dass mich der Experte wie folgt aufklärte: vergessen sie es, der Kostenaufwand lohnt sich nicht.... Dabei könnte man Landesweit x-tausend innert kürzester Zeit "sauber" machen, ev. mit Unterstützung eines Benzinrappens