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03. März 2007 11:49; Akt: 03.03.2007 13:50 Print
«Kommt alle, für Unterkunft gesorgt!»
Kopenhagen brennt, schon die zweite Nacht in Folge. Während die Polizei Hunderte von Demonstranten festgenommen hat, steigt die Zahl der Aktivisten immer weiter. Möglich machts das Internet.
Obwohl die dänische Polizei bis am Freitag über 200 Verhaftungen meldete und in der Nacht auf Samstag weitere 130 Demonstranten arretierte, scheint sich die Lage nicht zu beruhigen. Möglicherweise, weil die Aktivisten genau wie die Polizei ausgezeichnet organisiert sind.
Aktivisten johlen auf dem (noch besetzen) Ungdomshuset.
Auf ihrer Homepage laden die dänischen Aktivisten Symathisanten nach Kopenhagen ein, um gegen die Räumung des Jugendhauses Ungdomshuset zu protestieren: «FEEL WELCOME TO COME TO COPENHAGEN WHERE RESISTANCE WILL CONTINUE THE FOLLOWING DAYS.» («Fühlt euch nach Kopenhagen eingeladen, wo der Widerstand in den nächsten Tagen weiter gehen wird.»)
Die organisierten Linksaktivisten haben auch Infostände in der ganzen Stadt eingerichtet. Dort sollen Sympathisanten aus aller Herren Länder erfahren, wo man übernachten kann und wo man gratis Essen bekommt. Sogar eine Telefon-Hotline wurde eingerichtet.
Auf Indimedia.dk rufen die verjagten Hausbesetzer zu Solidaritätskundgebungen auf. In mehreren Ländern folgten Gruppierungen der Aufforderung und belagerten die dänischen Botschaften. In Deutschland fanden in über einem Dutzend Städten Kundgebungen statt. Auch in London, im polnischen Poznan, in Budapest und in der Türkei wurden die dänischen Botschaften belagert.
Auch in Bern protestierte die «Aktionsgruppe gegen die Räumung des Ungdomshuset» am Freitag unter dem Motto «Für unsere Träume brauchen wir Räume!» mit 50 Teilnehmern lautstark vor der dänischen Botschaft. Diese wurde nach Angaben der Aktivisten auch mit Böllern beschossen. Zudem wurde ein Polizeiauto beschädigt, «weil es halt am falschen Ort stand».
(ast)

























