Vor der Küste Irlands

26. September 2011 23:13; Akt: 27.09.2011 09:18 Print

Schiffswrack mit 200 Tonnen Silber entdeckt

von Simon Beeli - Silber mit einem Wert von über 150 Millionen Pfund hat ein US-Team in einem Schiffswrack im Atlantik aufgestöbert. Die «SS Gairsoppa» war 1941 unter Beschuss der Nazis geraten.

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Als das britische Frachtschiff «SS Gairsoppa» 1941 von Indien in die englische Heimat fährt, gerät es in Seenot. Die Crew hatte fast keinen Treibstoff mehr und trieb auf unruhigem Gewässer in einem Sturm daher. Der Notlage entsprechend entschied man sich, den Hafen von Galway anzusteuern. Doch die zögerlichen Manöver blieben nicht unentdeckt. Deutsche Unterseebote wurden auf die «SS Gairsoppa» aufmerksam und nahmen sie unter Beschuss. Von Torpedos der Nazis getroffen, versank der Frachter schliesslich im Atlantik. Nur ein Mitglied der 85-köpfigen Crew überlebte den Angriff.

Jetzt, 70 Jahre später, haben die US-Forscher der Firma «Odyssey Marine Exploration» einen erstaunlichen Fund gemacht. Sie entdeckten das Schiffswrack der «SS Gairsoppa» auf dem Meeresgrund des Atlantik. Auf rund 4700 Meter Tiefe knapp 500 Kilometer von der irischen Küste entfernt, sind die Forscher auf den 125 Meter langen Frachter gestossen – und auf über 200 Tonnen Silber in Form von Münzen und Barren. Der Gesamtwert des kostenbaren Fangs beläuft sich auf über 150 Millionen britische Pfund (211 Millionen Franken).

Untersee-Roboter sollen Fracht bergen

Gemäss einem Vertrag mit dem britischen Verkehrsministerium wird «Odyssey Marine Exploration» 80 Prozent des Gesamtwertes der Fracht für sich behalten. Dementsprechend zufrieden zeigt sich Andrew Craig, der Projektleiter des amerikanischen Schatzsucherunternehmens: «Die erste Phase dieses Projektes haben wir jetzt beendet, nämlich das Auffinden und das Identifizieren des Schiffswracks», sagt er gegenüber der britischen BBC. «Jetzt geht es darum, die kostbare Fracht zu bergen.»

Craig gibt sich zuversichtlich, dass auch der zweite Teil der Mission gelingen wird, das Schiffswrack steht aufrecht auf dem Meeresgrund und ist demnach gut zugänglich für ferngesteuerte Untersee-Roboter. Diese könnten dann die Silberbarren und Silbermünzen bergen. «Wir sind überzeugt, dass uns bei der vorgefundenen Verfassung des Wracks die Bergungsaktion gelingen wird,» sagt Craig der BBC.

Den Toten Tribut zollen

Bei all der Freude über den glücklichen und unerwarteten Fund, möchte der Marine-Archäologe von «Odyssey Marine Exploration», Neil Dobson, auch an die Opfer denken: «Mit dem Auffinden des Schiffswracks der «SS Gairsoppa» und dem Erzählen der tragischen Geschichte ihres Untergangs, möchten wir gleichzeitig auch an all die mutigen Männer der Handelsmarine gedenken, die ihr Leben verloren haben.»

Denn Dobson glaubt, dass es angesichts des Alters des Schiffes und der Tiefe, auf der es sich befindet, ziemlich unwahrscheinlich sein wird, noch irgendwelche menschliche Überreste zu finden. Anders sieht es mit dem «Schatz» aus, den die «SS Gairsoppa» mit sich führte. Dieser kann schon bald ans Tageslicht gefördert werden. Im Sommer 2012 soll mit den Bergungsarbeiten begonnen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 807687 am 27.09.2011 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das Silber ursprünglich den

    Indern gehörte, sollen die es bergen und behalten. Das wäre gerecht. im Krieg wurde viel geraubt, nicht nur den Juden.

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  • Markus Leuenberger am 27.09.2011 00:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Fund...

    Der Finderlohn wird jeweils wohl auch beträchtlich sein. Solche Gold-, Silber- und Edelsteinlager oder sonst. Kunstschätze mit historischem Wert hat's noch viele. In all den Jahrhunderten, wo Länder um ihre Kostbarkeiten erleichtert worden sind, werden sicher auch hunderte Schiffe untergegangen sein, ohne dass ein Weltkrieg im Gange war. Da werden irrwitzige Vermögen auf Grund liegen. Mit der Zeit und besseren Suchtechniken werden auch diese wieder ans Tageslicht befördert. Der grösste Teil sollte aber dem eigentli. Eigentümer zurückgegeben werden. Wem wohl ursprünglich dieses Silber gehörte?

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  • gstar am 27.09.2011 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    ahoi

    Auf nach Irland und einen Teil des Schatzes selber holen:-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S R I am 03.10.2011 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwand / Ertrag

    will gar nicht wissen, wieviel die ganze Such- und Bergungsaktion gekostet hat, wieviele Wochen die vermutlich 50 Leute beschäftigt haben nur schon um das Ding zu finden. Schätze mal effektiver Gewinn, wird relativ klein sein ;)

  • 807687 am 27.09.2011 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das Silber ursprünglich den

    Indern gehörte, sollen die es bergen und behalten. Das wäre gerecht. im Krieg wurde viel geraubt, nicht nur den Juden.

    • rob bob am 27.09.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      aber wers gefunden dem gehörts

    • Schatzsucher am 27.09.2011 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      alles ist pfui was am boden liegt.....

      Schon interessant, solange die schife verschollen sind kümmert sich kein land drum, aber wenn jemand es gefunden hat lässt man die die drecksarbeit machen und stellt dann ansprüche für das geld. Den Deutschen wurde in der nachkriegszeit auch viel weggenommen und doch hat man bis heute nichts zurück gegeben ebenso mit anderen ländern. macht euch nicht lächerlich....

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  • gstar am 27.09.2011 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    ahoi

    Auf nach Irland und einen Teil des Schatzes selber holen:-)

    • Dani am 27.09.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Türlich

      Du tauchst die 4700 Meter in die Tiefe und ich warte oben im Schlauchboot ok ?

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  • Nada am 27.09.2011 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Indisches Gut?

    Von Indien nach UK, warum nicht umgekehrt?

    • Krieger am 27.09.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Berechtigt

      Das ist eine wirklich gute Frage. :-) Ich glaube auch, dass der Besitzer dieses Goldes Indien und nicht GB sein sollte. Aber das wird wohl in den dies entscheidenden Kreisen ein Tabou sein.

    • nadi am 27.09.2011 20:23 Report Diesen Beitrag melden

      Wers findet, dem gehörts!

      Wers findet, dem gehörts. Wenn die Inder ûnd die Engländer nichts von ihrem Glück wussten und es die Amis finden, sollen sies auch behalten. Wie sollen sie auch sonst ihr Unternehmen finanzieren, wenn sie alles Abgeben müssten?

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  • Nara am 27.09.2011 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Geld kommen

    na ist doch prima, die Staaten haben kein Geld mehr, auf dem Meeresgrund liegen Schätze, jetzt suchen wir Schätze wie blöd und stopfen damit die Haushaltsdefizite. Auch eine Möglichkeit an Geld zu kommen. Und bei der ganzen Silber-Schwemme, da fällt doch der Silberpreis gleich ins Bodenlose. ;)

    • Naseweis am 27.09.2011 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      Silberpreis

      Der Silberpreis fällt wegen 200 Tonnen nicht ins Bodenlose, aber evt auf 4700 Meter unter dem Meeresspiegel :D

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