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Fall Mannichl
09. Januar 2009 15:51; Akt: 09.01.2009 15:53 Print
Hat der Polizeichef etwas zu verbergen?
Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl ist dreieinhalb Wochen nach dem Messerattentat auf ihn zurück im Dienst. Doch je länger ermittelt wird, umso dubioser scheint der Fall zu sein. «Irgendetwas passt da nicht zusammen», heisst es aus Polizeikreisen.
Am Mittwoch übernahm Alois Mannichl wieder die Leitung der Passauer Polizeidirektion. Er sei halt «ein eingefleischter Polizeibeamter», sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Er hoffe, bald in den Alltag zurückzufinden.
Am 23. Dezember veröffentlichte die Polizei das Bild zweier Verdächtigen. Mittlerweile weiss man, dass der Täter, so wie ihn Mannichl beschreibt, gar nicht existiert. (REUTERS/Polizeipraesidium-Niederbayern/Oberpfalz)
Mannichl will in Fürstenzell wohnen bleiben, auch wenn er Angst um seine Familie habe. Er sei dort fest verwurzelt, so der Polizeichef weiter. Würde er sofort die Segel streichen, wäre dies eine Bankrotterklärung für die Demokratie.
Körperlich sei alles so weit gut verheilt, es zwicke nur noch manchmal, sagte er der AP. Die psychische Seite sei ein anderes Thema. «Da bleiben Narben», erklärte der 52-Jährige.
Fünf unklare Punkte
Es sind aber nicht nur Narben, die nach der Messerattacke vom 13. Dezember 2008 geblieben sind. Es gibt auch viele Ungereimtheiten, oder wie es erfahrene Ermittler sagen: «Irgendetwas passt da nicht zusammen.»
Die Familie wurde nie ins Visier genommen
Anders als normalerweise bei derart unklaren Tathergängen haben die Ermittler diesmal das private Umfeld des Opfers nicht überprüft. Weder die erwachsene Tochter noch der in Berlin lebende Sohn von Alois Mannichl wurden befragt. Ein erfahrener Polizist weiss aber, dass die eingehende Recherche der Familienverhältnisse einen Drittel der Ermittlungsarbeit ausmacht.
Viele offene Fragen, viele Ungereimtheiten gibt es im Fall Mannichl - nun hat das Landeskriminalamt die Sache völlig neu aufgerollt.
(kle)

























