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29. Juni 2007 23:01; Akt: 01.07.2007 19:53 Print
Die Weltreise von 29000 Plastikenten
Normalerweise tummeln sich die unsinkbaren Badespielzeuge in weit kleineren Gewässern. Doch als vor 15 Jahren ein Containerschiff kippte, gingen 29000 Plastikentchen auf Weltreise.

Die Reise der Plastikenten. Nach dem Sinken des Frachters schwimmt ein Teil nach Süden, ein Rudel setzt sich überraschend nach Norden ab. (Bild: 20 Minuten)
Eine Armada von Plastikenten, blauen Schildkröten und grünen Fröschen ist unterwegs auf den Weltmeeren. Sie überstanden Sturm und Wellen, reisten an die 30 000 Kilometer weit, wurden zu Tausenden an Stränden angespült und nicht wenige verharren im ewigen Eis der Arktis.
Ein Leben für die Ozeanforschung und die Plastikenten: Curtis Ebbesmeyer.
Seit im Jahr 1992 im Pazifik ein chinesischer Frachter in Seenot geriet und einen Teil seiner Ladung verlor und die Boxen im Wasser aufplatzten sind die Plastiktiere auf grosser Reise. Ihr Trip ist eine Sensation für Forscher: Die verloren gegangenen Plastiktiere liefern Wissenschaftlern wertvolle Hinweise über die Strömungsverhältnisse in den Weltmeeren.
Der Ozeanograph Curtis Ebbesmeyer verfolgte den Kurs der unsinkbaren und beinahe unzerstörbaren Spielzeuge während vieler Jahre. Auf seiner Website kann man Fundstellen melden. Ebbesmeyer bekam Rückmeldungen aus Indonesien, Australien, und Südamerika, wohin ein Grossteil der Entenflotte trieb. Ebbesmeyer sagte voraus, dass einige der Enten bis Alaska gespült werden, was von anderen Forschern zurückgewiesen wurde. Doch er lag richtig: Ein Teil der Armada zog Richtung Norden davon und durchquerte mit der unendlich langsamen Geschwindigkeit von etwa einer Meile (1.6 Kilometer) pro Tag, gefroren im Packeis, eine spezielle Nordwestpassage.
Seinen Forschungen zufolge wird die Reise der Plastiktiere bald ein Ende nehmen: Diesen Sommer sollen die letzten an der Küste Englands angeschwemmt werden. «Wir haben Funde von der Ostküste Amerikas. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie durch die Atlantikströmungen in England ankommen», so Ebbesmeyer.
Doch auch ausgebleicht und weiss, wie sie vom Salzwasser und der Sonne gezeichnet in England ankommen werden, haben die Plastikenten noch ihren Wert: Der amerikanische Produzent der Viecher, The First Years Inc., bezahlt 100 Dollar pro abgeliefertes Stück. Unter Sammlern werden gar bis zu 500 Dollar hingeblättert. Wer es ausführlicher nachlesen will: Über die Plastikenten wurden sogar schon zwei Kinderbücher geschrieben.

























