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23. April 2007 11:36; Akt: 23.04.2007 11:39 Print
Studie beweist: Drogen- und Alkoholkonsum schaden
Neue Langzeitstudien haben die schädlichen Folgen des Alkohol- und Drogenkonsums während der Schwangerschaft bestätigt. Die gemeinsame Rehabilitation von drogenkranken Müttern und ihren Kindern ist ein erfolgversprechendes Modell.
Bei der Studie über die Auswirkungen des Alkoholkonsums handelt es sich um die weltweit längste Beobachtung an Menschen mit so genannten Fetalen-Alkohol-Spektrumsstörungen, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte. Die Langzeitbeobachtung von Hans-Christoph Steinhausen, Ordinarius für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Berliner Professor und Kinderarzt Hans-Ludwig Spohr an Kindern in Deutschland erstreckte sich über einen Zeitraum von 20 Jahren. Obwohl die charakteristischen Missbildungen im Schädel- und Gesichtsbereich sich zurückbildeten, blieben der Kleinwuchs und beim männlichen Geschlecht das Untergewicht bestehen, während bei Frauen das Körpergewicht zunahm. Besonders bedrückend seien die bleibenden Einschränkungen der geistig-seelischen Entwicklung mit einem hohen Anteil an geistiger Behinderung, stark eingeschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten, bleibender Abhängigkeit von Versorgung und zahlreichen Verhaltensauffälligkeiten. Dazu gehört auch die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), deren Symptome besonderes markant seien. Die Befunde seien bedeutsam, weil sie die auch durch Behandlung meist irreversiblen Schädigungen durch übermässigen Alkoholgenuss während der Schwangerschaft dokumentierten, heisst es.
Die Menge des täglichen Alkoholkonsums, ab dem mit Schädigungen des ungeborenen Kindes zu rechnen sei, könne zwar noch nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Doch es gelte die Empfehlung, sich auf maximal ein Glas täglich zu beschränken.
Eine weitere Studie widmete sich den Folgen von Drogenkonsum während der Schwangerschaft. Untersucht wurden Kinder, die gemeinsam mit ihren Müttern in zwei Schweizer Einrichtungen für drogenkranke Mütter in einem Rehabilitationsprogramm stationär betreut wurden. Gemäss der Studie lag die mittlere Intelligenz in der untersuchten Gruppe von Kindern vom Säuglings- bis ins Schulalter unter der Norm der Bevölkerung und der Anteil an Kindern mit unterdurchschnittlicher Intelligenz sei bedeutsam erhöht gewesen. Die so genannte Handlungsintelligenz sei in einer systematisch negativen Beziehung zum Ausmass des Drogenkonsums gestanden. Diese Negativ-Beziehung sei vornehmlich durch den Konsum von Heroin oder Methadon geprägt gewesen. Keiner der umweltbedingten Risikofaktoren habe einer derartige Beziehung zur Intelligenz gezeigt, heisst es weiter. Es habe sich weiter gezeigt, dass psychische Störungen der Mütter, deren niedriger Bildungsstand sowie ein kleines soziales und familiäres Netz mit Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern einhergingen. Der stärkste Zusammenhang habe zwischen kindlichen Verhaltensauffälligkeiten und mütterlichen, psychischen Störungen nachgewiesen werden können. Dies spreche dafür, dass die gemeinsame Rehabilitation von drogenkranken Müttern und ihren Kindern, die in den an der Untersuchung beteiligten Einrichtungen praktiziert wurde, ein Erfolg versprechendes Modell sei.
(dapd)

























