02. Juli 2007 11:41; Akt: 02.07.2007 14:32 Print

Menschenaffe im MenschenspitalMenschenaffe im Menschenspital

«Mary Zwo» heisst der sechs Wochen alte Säugling, der sich zurzeit auf der Kinderintensivstation der Uniklinik Münster erholt. Das verstossene Gorilla-Mädchen kam direkt vom Münsteraner Affenhaus.

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Nachdem «Mary Zwo» am Samstag in einem lebensbedrohlichen Zustand eingeliefert wurde, geht es ihr nach zwei Tage bereits besser und konnte das Spital verlassen.

«Jetzt muss sie nur noch lernen, mit der Flasche zurechtzukommen und zu trinken», sagte Zoodirektor Jörg Adler heute. «Mary Zwo» werde in einem separaten Raum der Station von Ärzten und Kinderkrankenschwestern betreut.

Menschen- sind wie Menschenaffenbabys
Adler hatte das unterkühlte, unterzuckerte und ausgetrocknete Gorillababy ins Spital gebracht, weil eine Uniklinik für Menschen technisch besser ausgerüstet sei als eine Tierklinik und die Ärzte mehr Erfahrung mit der Intensivmedizin hätten. «Babys von Menschenaffen sind adäquat zu menschlichen Babys», sagte Adler.

Gorillas seien so stark bedroht, dass die Erhaltung ihrer Art besonders wichtig sei. Die Behandlung von Gorillababys in Krankenhäusern für Menschen gebe es immer mal wieder. Erst vor einem Monat hatten Kinderärzte in Heidelberg ein schwer krankes Tier erfolgreich behandelt.

Das Baby lag leblos in den Armen seiner Mutter

«Mary Zwo» hatte am Samstag beinahe leblos im Arm ihrer Mutter «Gana» gelegen. Sie hatte ihr Junges nach Angaben des Zoos vernachlässigt, da ihr vermutlich die anderen Gorillas fehlten. Die Gruppe war kurz nach der Geburt getrennt worden, weil der unerfahrene Vater «Nkwango» Mutter und Kind bedrängte.