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19. April 2008 08:51; Akt: 19.04.2008 16:10 Print
Frontalangriff auf Scientology
Nach 12 Jahren Mitgliedschaft und rund einer Million Dollar für Kurse stieg er zum Sprecher von Scientology auf. Jetzt ist Jason Beghe der erste Prominente, der ausgestiegen ist - und die Organisation heftig angreift und Sekten-Interna ausplaudert. Auf Youtube ist ein Kampf um das Video entbrannt.
«Nach meiner persönlichen Erfahrung ist Scientology zerstörerisch und eine Abzocke. Und es ist sehr, sehr gefährlich.» Das sagt nicht irgendwer, das sagt einer, der einst Sprecher von Scientology war. In einem Youtube-Video packt Schauspieler Jason Beghe («CSI», «Cane») aus und spart nicht mit Kraftausdrücken.
Er investierte rund eine Million Dollar und stieg binnen zwölf Jahren Mitgliedschaft in die oberste Riege der Sekte auf, in der es viele Prominente zu höheren Würden geschafft haben. Doch gebracht hat es ihm nach eigenen Angaben nichts - im Gegenteil: Die Kurse würden die spirituelle, psychologische und mentale Gesundheit und Entwicklung gefährden. «Ich denke, Scientology behindert die persönliche Entwicklung», sagt Beghe.
Er sei vor sieben Monaten ausgestiegen, sagte er dem Magazin «Village Voice». Eingeführt worden sei er vom Partner von Promi-Mitglied Jenna Elfman. Zunächst sei er begeistert von den Therapien und «Auditings» (eine Art geführte Beichte, Kritiker sprechen von Gehirnwäsche) gewesen. Dann sei er von den immer neuen und teuren Kursen frustriert gewesen, die zum Erreichen eines höheren «Levels» und zum Aufsteigen in der Hierarchie absolvieren musste.
Experten glauben, dass die öffentliche Demontage von Scientology - noch dazu durch ein einstiges Vorzeigemitglied - der Organisation schweren Schaden zufüge. «Jeder, der aus der Scientology-Szene aussteigt, ist ein herber Verlust für die Organisation. In diesem Fall ist der Schaden jedoch gewaltig», sagte Ursula Caberta von der Arbeitsgruppe Scientology in Hamburg gegenüber Spiegel Online. Der Schauspieler werde jetzt zum Feind erklärt und könnte dadurch fertiggemacht werden, indem ihm Rollenangebote entzogen werden.
Bislang ging Scientology wie gewohnt vor - mit der rechtlichen Keule. Das seit einiger Zeit im Internet kursierende Video wurde am Donnerstag vom Scientology-Kritiker Mark Bunker («XenuTV») hochgeladen und von Youtube gleichentags wieder entfernt. Samt dem Account von Bunker. Doch Scientology hat die Rechnung oder die Youtube-Community gemacht. Dutzende weitere User haben das Video flugs wieder hochgeladen. Wenn man heute nach «Beghe» sucht findet man zehn Seiten Suchergebnisse, die zum Video führen.
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