29. März 2007 14:35; Akt: 29.03.2007 15:54 Print

IQ-Test: Abzocke per InternetIQ-Test: Abzocke per Internet

Wer bei Intelligenz-Tests wie IQ-Test oder IQ-Battle die richtigen Schlaumeier sind, ist schnell klar. Denn die einzige Frage lautet: Wer fliegt auf die Abzocker und deren anschliessende Zahlungsforderungen herein?

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Das «Inkasso-Dezernat» der deutschen Anwaltskanzlei Hoeller aus Bonn kommt unter dem Aktenzeichen IG-14812128-173782 in seinem Schreiben an die Schweizerin Dina Haas ohne Umschweife zur Sache: «Die Firma VitaActive Ltd. hat mich mit der Durchführung einer gegen Sie bestehenden Zahlungsforderung beauftragt.» Dann folgt in bestem Anwaltsdeutsch eine mit Paragrafenzeichen gespickte Auflistung der Zahlungsversäumnisse und der daraus folgende offene Betrag: 59,76 Euro will der Inkasso-Anwalt aus Deutschland für seine Mandantin eintreiben. Und zwar subito: Denn mit diesem Schreiben bietet er eine «letztmalige Gelegenheit».

Auf keinen Fall bezahlen...

Dina Haas hat mit dem Schreiben zunächst genau das Richtige getan: Sie hat keinen Cent für den IQ-Test bezahlt. Und dies obwohl sich unter den seitenlangen, kleinstgedruckten allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Webseite von www.iqfight.de ganz zu unterst der Satz finden lässt: «Der einmalige Preis für die IQFight-Teilnahme beträgt 30 Euro inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer».


Dina Haas ist kein Einzelfall, im Gegenteil: Inzwischen warnt die deutsche Verbraucherzentrale explizit vor den Praktiken der VitaActive Ltd, die scheinbare Gratis-IQ-Tests unter verschiedenen Namen anbietet. Bei den deutschen Konsumentenschützern gehen inzwischen Dutzende von Beschwerden ein, die auf die eine oder andere genannte Firma hereingefallen sind und nun Rechnungen für angebliche Verträge erhalten. Den Betroffenen, die bereits gezahlt haben, wird dringend geraten eine Strafanzeige in Erwägung ziehen.

...auf jeden Fall zurückschreiben

Obwohl die Erwähnung der Kosten im Kleingedruckten eindeutig dem deutschen Transparenz-Gesetz widerspricht, können die angeschmierten User die Schreiben nicht einfach ingnorieren. Die Verbraucherschützer raten den Betroffenen dringend, das Vertragsverhältnis zu widerrufen.

In einem Brief (siehe Infobox rechts) sollte die Firma explizit daraufhingewiesen werden, dass sie gegen besagtes Transparenzgesetz verstösst, und der Handelsvertrag deswegen nicht gültig ist. Den allfälligen Hinweis des Anwalts, die Frist sei abgelaufen, können die reingelegten User getrost vergessen. Laut Verbraucherzentrale kann der Getäuschte trotz angeblicher Fristverstreichung weiterhin Widerruf einlegen.

Vor Anforderungen von Gratisangeboten und Teilnahme an Gewinnspielen im Internet wird grundsätzlich gewarnt. Verbraucherschützer raten, bei Gratis-Angeboten nie persönliche Angaben wie etwa über die Adresse zu machen. Zahlreiche arglose Surfer, die besonders ihre Teilnahme an Gewinnspielen sehr rasch vergessen, sind bass erstaunt, wenn ihnen dann Rechnungen gestellt werden.

Wer einen seriösen IQ-Test machen will, soll es auf mensa.ch versuchen. Der Test ist zwar nicht gratis, (zwischen 35 und 90 Franken) aber dafür gnadenlos ehrlich.

hansi voigt


























































Quelle: YouTube

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Vorsicht am 16.11.2011 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    IQ TEST BETRUG

    Vorsicht! Betrug. und weitere Sprachversionen. Freierfundene Ergebnisse und geklaute Namen aus dem Internet.

  • sabine deimann am 21.10.2008 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    IQ-TEST

    Was soll ich tun.Wen ich eine Rechnung von GO WEB LTD:CASSELSTR:30-32 frankfurt am main erhalt.Soll ich mir ein Rechtsanwalt nehmen...ich bin nun auch ma reinglfallen.sonst passe ich so auf...aber nun...so ein miest

  • Markus Christian am 17.08.2008 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde dass einfach total mies von diesen Leuten. Zuerst gratis und dann steht da 80 Euro. Ich lass mich nicht einschüchtern. Ich kämpfe für meine Rechte!