27. April 2007 11:48; Akt: 27.04.2007 12:19 Print

Heilbronn: Erste Spur im PolizistenmordHeilbronn: Erste Spur im Polizistenmord

Nach dem unvermittelten Mord an einer Polizistin in Heilbronn gibt es eine erste Spur: Die Sonderkommission «Parkplatz» sucht einen Mann, der sich mit blutgetränkten Kleidern vom Tatort wegbegeben hat. Möglicherweise haben die jungen Polizisten Drogenhändler überrascht.

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Ein Zeuge will am Mittwochnachmittag einen Mann, der völlig ausser Atem und blutverschmiert war, in der Nähe des Tatorts gesehen haben, wie die Polizei mitteilte. Der Unbekannte sei in einen PKW gestiegen, der sich mit hoher Geschwindigkeit entfernt habe. Die Ermittler gehen derzeit von mindestens zwei Tätern aus. Sie sollen mit Kopfschüssen eine 22 Jahre alte Beamtin getötet und deren 24-jährigen Kollegen lebensgefährlich verletzt haben.

«Da die Untersuchungen ergaben, dass mit zwei verschiedenen Waffen geschossen wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um mindestens zwei Täter handelte», erklärte die Polizei. Der Gesundheitszustand des angeschossenen 24-jährigen Polizeimeisters sei stabil, aber weiterhin kritisch.

Die 35-köpfige Sonderkommission «Parkplatz» sucht als Zeugen unter anderem zwei Radfahrer, die sich zwischen 13 und 14 Uhr in der Nähe des Tatorts befanden. Ein Zeuge habe berichtet, dass der blutverschmierte Mann einen der Fahrradfahrer fast umgerannt habe. Die Polizei bewertete die Aussage allerdings zurückhaltend.

War es die Drogenmafia?

Der Polizistenmord könnte laut einem Zeitungsbericht möglicherweise auch in Zusammenhang mit der Drogenmafia stehen. Die «Rheinische Post» berichtet unter Berufung auf den Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, die Polizei habe vor den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin, die auch einen Kollegen schwer verletzt hatten, einen Einsatz in der Heilbronner Drogenszene gehabt. Sie sei in der Nähe des Tatorts «aufgeschlagen. Da gab es grosse Verärgerung unter den Drogendealern», sagte Freiberg der Zeitung zufolge. Für Rückschlüsse auf einen Racheakt sei es aber noch zu früh.

«Sichere City»

Beide Beamten stammten von der Bereitschaftspolizei in Böblingen. Sie waren im Rahmen des Einsatzes «Sichere City» unterwegs. Die getötete Polizistin sei seit eineinhalb Jahren immer wieder bei der Bereitschaftspolizei eingesetzt worden. Die Beamtin stamme aus einem anderen Bundesland und sei für die Einsätze in Baden-Württemberg abgestellt worden, sagte Thomas Mürder, Leiter der Bereitschaftspolizei Baden-Württemberg. Der verletzte Polizist stamme aus Sindelfingen bei Stuttgart. Er habe im März seine Ausbildung abgeschlossen und sei erst seit wenigen Tagen in der Abteilung eingesetzt worden.

(dapd)