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Wintereinbruch
01. Dezember 2009 08:33; Akt: 01.12.2009 10:21 Print
Schnee sorgt weiterhin für Chaos
Stromunterbrüche, Dutzende Unfälle und ein Verkehrschaos – der unerwartet starke Wintereinbruch vom Montag sorgt auch heute für Chaos in der Schweiz.
Der Winter ist angekommen und brachte nicht nur Schnee, sondern vor allem auch Chaos: Dem Schienenverkehr setzten umfallende Bäume und die Schneemassen zu. Die Rhätische Bahn (RhB) meldete mehrere Unterbrüche: Ein umgestürzter Baum blockierte die Strecke Chur - Arosa. Die Fahrgäste wurden mit Bussen befördert.
Aus Sicherheitsgründen wurde der Betrieb nach den starken Schneefällen auf der Albula-Linie eingestellt. Reisende ins Engadin wurden via Landquart durch den Vereina-Tunnel umgeleitet, wie die RhB bekannt gab. Unterbrochen war auch die Berninalinie von Pontresina nach Poschiavo. Weil auch die Passstrasse für den Verkehr gesperrt war, konnte das Puschlav nur von Süden her erreicht werden. Schliesslich musste der Betrieb auch auf der Linie Davos - Tiefencastel durch das Landwassertal zwischen Wiesen und Filisur eingestellt werden. Hier kamen Taxis zum Einsatz.
Ebenfalls unterbrochen war die Brünigstrecke der Zentralbahn. Auch dort war ein Baum auf die Fahrleitung gestürzt. Die Passagiere wurden mit Bussen befördert. Dabei kam es zu Verspätungen von rund 30 Minuten, weil der Brünigpass nur mit Schneeketten zu bewältigen war.
Bereits gestern waren bei der Matterhorn Gotthard Bahn die Strecken über den Oberalppass und zwischen Andermatt und Realp im Urserental unterbrochen. Zwischen Andermatt und Realp war auch die Strasse wegen Lawinengefahr gesperrt. Die Züge verkehrten deshalb nur von Brig bis Oberwald. Der Autoverlad durch die Furka wurde eingestellt. Die SBB meldeten schliesslich eine Fahrleitungsstörung im Tösstal zwischen Bauma und Rüti. Hier wurden Busse eingesetzt.
Blechschäden und Verletzte auf der Strasse
Chaos herrschte auch auf der Strasse: Die prekären Verhältnisse forderten bereits am Montagmittag ein Todesopfer. Ein vierjähriger Knabe kam bei einer Frontalkollision in Adetswil im Zürcher Oberland ums Leben. In Wolfenschiessen in Nidwalden gab es bei einer Frontalkollision auf schneebedeckter Fahrbahn vier Schwerverletzte. In Kleinandelfingen ZH forderte ein schwerer Unfall mindestens drei Verletzte.
Die Bündner Kantonspolizei und die Churer Stadtpolizei meldeten insgesamt gegen 30 Verkehrsunfälle. Bei einer Frontalkollision zweier Autos in Davos wurde ein Lenker im Fahrzeug eingeklemmt. Er musste mit Hilfe der Feuerwehr geborgen werden, bevor ihn die Ambulanz ins örtliche Spital brachte.
Zwischen Sihlbrugg und Hirzel knickte ein schneebedeckter Baum auf die Strasse und begrub ein Auto unter sich. Verletzt wurde niemand. Laut einem Sprecher der Kantonspolizei Zürich blieb es bei Sachschaden. Zu weiteren, schneebedingten Unfällen kam es im Kanton Zürich bislang nicht. Die St. Galler Kollegen hingegen hatten 15 Verkehrsunfälle, mehrheitlich Selbstunfälle, zu verzeichnen. Es blieb bei Blechschaden, Personen wurden nicht verletzt, wie es heisst.
Bäume auf den Strassen
Ein grosses Problem waren vor allem die umstürzenden Bäume: Während der Nacht musste die Feuerwehr Zürich rund zwei Dutzend Mal ausrücken, weil Bäume der Schneelast nicht standhalten konnten und auf Strassen umknickten.
In St. Gallen musste die Kantonale Notrufzentrale 25 Feuerwehren aufbieten, um umgestürzte Bäume von der Strasse zu entfernen. In zehn Fällen wurden dabei auch Strom- oder Telefonleitungen beschädigt. Aus Sicherheitsgründen ist zur Zeit die Verbindung zwischen Bad Ragaz und Pfäfers noch gesperrt.
Mehr als 60 Mal musste die Kantonspolizei Bern wegen umgestürzter Bäume, abgerissener Äste und anderer Gegenstände auf den Fahrbahnen ausrücken. In mehreren Gemeinden im Kanton Luzern haben umstürzende Bäume zu Stromunterbrüchen geführt. Wie die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) in der Nacht auf Dienstag mitteilten, fiel bei rund 3000 Kunden während zwei Stunden der Strom aus. Betroffen seien die Gemeinden Willisau, Hergiswil, Wolhusen, Heiligkreuz, Schüpfheim, Hasle, Udligenswil und Meierskappel gewesen, hiess es. 35 Monteure der CKW waren für die Reparaturen im Einsatz.
Von der Umwelt abgeschnitten war zeitweise Grindelwald im Berner Oberland. Der Zugverkehr der Jungfraubahnen war zwischen Grindelwald und Zweilütschinen wegen einer vereisten Fahrleitung vorübergehend eingestellt und die Strasse durch einen verunfallten Heizöl-Tanklaster blockiert. Auch die BLS-Linien Burgdorf - Thun sowie Spiez - Interlaken-Ost waren zeitweise unterbrochen.
Schwerverkehr normalisiert
Immerhin normalisierte sich der Strassenverkehr auf den Transitverkehrsachsen einigermassen: Die Lastwagen, die die Nacht in den Warteräumen im Kanton Luzern und Uri verbracht hatten, konnten ihre Fahrt in Richtung Süden auf der Gotthardroute wieder aufnehmen. Die Strassenverhältnisse blieben aber kritisch und es kam zu weiteren Unfällen. So verzeichnete die Kantonspolizei Bern zwischen 18.00 Uhr am Montagabend und 06.00 Uhr am Dienstagmorgen rund 30 Verkehrsunfälle; einige Autoinsassen erlitten leichte Verletzungen.
(amc/sda/dapd)

























