
Lufteinschlüsse in Eisbohrkernen aus der Antarktis und aus Grönland liefern der Forschung die zuverlässigs-ten Daten, wenn es darum geht, aktuelle Klimaveränderungen mit der globalen Klimageschichte zu vergleichen. Fortunat Joos und Renato Spahni vom Physikalischen Institut der Universität Bern haben nun nachgewiesen, dass die Anstiegsraten der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) im 20. Jahrhundert viel höher sind als jemals zuvor in den letzten 16000 Jahren. Allein in den letzten zwanzig Jahren stieg die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre um 31 ppm (Teile pro Million). Eine gleich grosse Zunahme dauerte in der vorindustriellen Zeit noch 1600 Jahre, also 80-mal länger.
Fazit der Forscher: Die weltweite Klimaerwärmung der letzten 40 Jahre läuft schneller ab als je zuvor. Joos: «Wenn wir nichts ändern, wird sich der Klimawandel weiter beschleunigen.» Das würde die menschliche Anpassungsfähigkeit strapazieren. Die Studie wurde gestern in der Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS) publiziert.
cde
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