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Hamburg
29. September 2008 17:25; Akt: 29.09.2008 17:25 Print
«Nazi-Laden» eröffnet in der Einkaufsmeile
von Daniel Huber - Im Herzen der Hamburger Innenstadt hat trotz Protestkundgebungen ein Laden eröffnet, der Kleider für Rechtsextreme verkauft. «Ungeheuer peinlich», wie die Vermieterin, die HSH Nordbank, zugibt.

«Brevik»: «Thor Steinar» unter falscher Flagge. (Bild: dhr)
Ungewöhnlich viele Menschen tummelten sich am «verkaufsoffenen Sonntag» in der Hamburger Innenstadt. Manche der Passanten werden sich wohl über das grosse Polizeiaufgebot gewundert haben, das den Zugang zur HSH Nordbank Shopping Passage an der Mönckebergstrasse sicherte. Die Beamten hinderten eine Gruppe von rund 150 Demonstranten daran, die Passage im Herzen der Einkaufsmeile zu betreten und gewährten nur gewöhnlichen Passanten den Zutritt.
Protest: Die Demonstranten rekrutierten sich vor allem aus der links-alternativen Hamburger Szene.(Bild: 20 Minuten/dhr)
Polizeischutz für «Nazi-Laden»: Die Beamten liessen nur gewöhnliche Passanten durch.(Bild: 20 Minuten/dhr)
«Thor Steinar» unter falscher Flagge
Die Kundgebung des Bündnisses «Antifaschistische Aktion», bei der es auch zu Ausschreitungen kam, richtete sich gegen die Eröffnung eines Kleiderladens in der Passage. Das Bekleidungsgeschäft «Brevik» verkauft Kleider der Marke «Thor Steinar», die bei Neonazis beliebt ist und in rechtsextremen Kreisen als Erkennungszeichen dient.
«Die Symbolik, der sich 'Thor Steinar' bedient, ist nur Kennern der Neonazi-Szene geläufig», heisst es auf einem Flugblatt der Demo-Organisatoren, die die Schliessung des «Nazigeschäfts» verlangten. Immer mehr Neonazis legten den alten Skinhead-Look ab und würden sich zunehmend modisch und diskreter kleiden. «Thor Steinar» versuche sich als «etablierte Kleidermarke» zu präsentieren.
In der Tat weist auf den ersten Blick nichts in der Aussenansicht des umstrittenen Kleiderladens auf rechtsextremes Gedankengut hin. Die Markenbezeichnung «Thor Steinar» sucht man vergebens in der Beschriftung des Ladens — stattdessen prangen zwei norwegische Flaggen über dem Eingang und die unverfängliche Bezeichnung «Brevik» (ein Ort in Norwegen).
«Ungeheuer peinlich»
Für die HSH Nordbank, in deren Besitz sich die Einkaufspassage befindet, ist die Eröffnung des Kleiderladens mit der zwielichtigen Kundschaft ein GAU. Erst eine halbe Stunde vor der geplanten Eröffnung habe die Bank erfahren, dass sich hinter dem offiziellen Mieter Protex GmbH die Marke «Thor Steinar» verbirgt, sagte ein Sprecher der Hamburger Bank. Das Ganze sei «ungeheuer peinlich».
Zumal in der «HSH Nordbank Arena», dem Stadion des Bundesliga-Vereins HSV das Tragen von Kleidern der Marke «Thor Steinar» schon seit September 2007 durch die Stadionverordnung verboten ist.

























