15. Juni 2006 11:06; Akt: 15.06.2006 15:06 Print

Sexspielzeug und Luxusferien: Milliardenschwindel mit Katrina-HilfsgeldernSexspielzeug und Luxusferien: Milliardenschwindel mit Katrina-Hilfsgeldern

Riesenskandal in den USA: Nach den Hurrikanen des vergangenen Jahres ist rund eine Milliarde Dollar der staatlichen Hilfsgelder in die Taschen von Betrügern geflossen.

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Damit sei ein Anteil von mindestens 16 Prozent der Gelder von Schwindlern ergattert worden, sagte der zuständige Experte des Rechnungshofs, Gregory Kutz. Einige der Betrüger kauften sich auf Kosten des Steuerzahlers Champagner, Diamanten und Erotikvideos oder leisteten sich teure Urlaube in der Karibik oder in Hawaii.

In einem besonders eklatanten Fall verbrachte einer der Betrüger den Zeitraum von September bis November in einer Ferienanlage in Orlando im US-Bundesstaat Florida - was den Steuerzahler insgesamt 12 000 Dollar oder 249 Dollar pro Nacht kostete.

In einem anderen Fall machte ein anderes vermeintliches Hurrikan- Opfer drei Monate lang Ferien auf Hawaii, was den Fiskus 115 Dollar pro Nacht kostete - dabei hatte dieser Betrüger seinen Wohnsitz im US-Bundesstaat North Carolina, der weit ausserhalb des damaligen Katastrophengebiets lag.

Schlampige Notstandsbehörde

Die Betrügereien wurden zum Teil dadurch ermöglicht, dass viele Empfänger der von der Notstandsbehörde FEMA ausgestellten Geldkarten falsche Angaben zu ihrem Wohnort machten. Ein Empfänger gab 200 Dollar für eine Flasche Champagner der Marke Dom Perignon in einem Restaurant der für seine leichtbekleideten Kellnerinnen bekannten Kette Hooters aus.

Ein anderer kaufte sich eine ganze Sammlung von Erotikvideos für 300 Dollar. Ein weiteres vermeintliches Sturmopfer kaufte sich Sexspielzeug für 400 Dollar, ein anderes Diamanten, Uhren und Ohrringe für 3700 Dollar.

In vielen Fällen zahlte die FEMA Mietzuschüsse, obwohl die Empfänger gar keine Miete zu zahlen hatten. Dazu gehörten auch angebliche Hurrikan-Opfer, die zum Zeitpunkt der Desaster im Gefängnis einsassen.

Die ohnehin bereits wegen des Krisenmanagements nach den Hurrikanen massiv in der Kritik stehende FEMA sicherte während der Anhörung im Repräsentantenhaus zu, dass bereits zahlreiche Massnahmen getroffen seien, um einer Wiederholung solcher Gaunereien während der derzeitigen Sturmsaison vorzubeugen.

Die Expertin Donna Dannels von der FEMA hob zudem hervor, dass die Situation nach Katrina besonders chaotisch gewesen sei, was das Ausmass der Schwindeleien begünstigt habe.

(sda)