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Spekulationen
21. März 2010 12:22; Akt: 21.03.2010 12:25 Print
Wer sind die Drahtzieher des Poker-Raubs?
von Holger Mehlig, DDP - Zwei Wochen nach dem spektakulären Poker-Raub sind alle Täter in Haft. Derweil mehren sich die Anzeichen, dass sie den Coup nicht selbst planten.

Fahndungsfotos von drei der mutmasslichen Täter. (Bild: Reuters/Fabrizio Bensch)
Zwei Wochen nach dem Überfall auf das Poker-Turnier in Berlin sind alle vier Verdächtigen hinter Schloss und Riegel. Am Samstagvormittag war zunächst ein 20-jähriger Verdächtiger, der nach dem Raub in die Türkei geflüchtet war, am Flughafen festgenommen worden. Zuvor hatte sein Anwalt mitgeteilt, sein Mandat wolle sich stellen. Am frühen Abend wurde dann der letzte mutmassliche Räuber verhaftet, nachdem er eine Maschine aus Beirut verlassen hatte. Auch hier hatte der Anwalt die Rückkehr seines 19-jährigen Mandanten angekündigt. Die Festnahmen verliefen ohne Zwischenfälle. Die Komplizen der beiden Männer sitzen bereits seit vergangener Woche in Untersuchungshaft.
Unklar ist jedoch noch immer, wo die Beute ist. Die Polizei wollte dazu keine Stellung nehmen. Ein Sprecher wies lediglich darauf hin, ein Festgenommener habe bereits angekündigt, seinen Teil zurückgeben zu wollen.
Verfeindete Familienclans
Derweil berichtete die «Berliner Morgenpost» unter Berufung auf Sicherheitskreise, es gebe Anzeichen dafür, dass die Verdächtigen den Überfall auf Deutschlands grösstes Pokerturnier gar nicht selbst geplant hätten, sondern lediglich mit der Ausführung beauftragt worden seien. Hinter der Tat sollen der Zeitung zufolge vielmehr Mitglieder einer arabischen Grossfamilie stecken. Ein mit dieser Familie verfeindeter anderer Clan wiederum soll der Polizei wesentliche Tipps zur Identität der Räuber gegeben haben. Eine Polizeisprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren.
Der Zeitung zufolge ist bekannt, dass sich beide Familien seit Jahren in erbitterter Feindschaft gegenüberstehen. Dabei soll es um die beherrschende Rolle im Drogenhandel, im Rotlichtmilieu und anderen Bereichen der organisierten Kriminalität gehen.
Namen im Polizeiverhör genannt
Bereits am Montag hatte sich ein 21-Jähriger auf Anraten seines Anwalts gestellt. Im Polizeiverhör nannte der Mann die Namen dreier Komplizen. Einer von ihnen - ein 20-Jähriger - wurde zwei Tage später festgenommen, nachdem Fotos der Flüchtigen veröffentlicht worden waren. Alle Männer waren bereits polizeibekannt.
Bei dem Raubüberfall am 6. März hatten vier bewaffnete und maskierte Männer das Pokerturnier im Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz überfallen. Dabei lösten sie unter den rund 400 Teilnehmern eine Panik aus. Sieben Menschen wurden leicht verletzt.
Die Täter stürmten mit Schusswaffen und Macheten zur Registratur, wo die Spieler ihr Startgeld entrichteten und Geld in Pokerchips umtauschten. Bei der Flucht gelang es einem Wachmann kurzzeitig, einen der Täter zu überwältigen. Ein Praktikant konnte ihm einen Grossteil der Beute entreissen. Doch ein Komplize befreite den Mann. Die Räuber flohen über den Potsdamer Platz.



























