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Chef-Exorzist
12. März 2010 09:33; Akt: 12.03.2010 11:08 Print
«Der Teufel lebt im Vatikan»
Die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sind für den römischen Chef-Exorzisten ein Beleg dafür, dass Satan im Vatikan sein Unwesen treibt. Auch bei der Bluttat in der Schweizer Garde vor zwölf Jahren soll er seine Hand im Spiel gehabt haben.
Der 85-jährige Pater Gabriele Amorth ist seit 25 Jahren der Chef-Exorzist der Diözese Rom und damit auch des Vatikans. In dieser Zeit hatte er nach eigenen Angaben mit mehr als
Pater Gabriele Amorth, Chef-Exorzist im Vatikan.
«Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen», zitierte er den 1978 verstorbenen Papst Paul VI. und verweist als Beleg auf die neusten Enthüllungen über «Gewalt und Pädophilie», wie etwa die Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen in Deutschland, die auch Papst Benedikt XVI. und sein Umfeld ins Zwielicht rücken. Das Attentat auf Johannes Paul II. 1981 sei ebenso ein Werk des Teufels gewesen wie der Angriff einer geistig verwirrten, in der Schweiz lebenden Frau auf den Papst zu Beginn der Mitternachtsmesse während des letztjährigen Weihnachtsfestes.
Bluttat wurde «vertuscht»
Auch bei der Bluttat in der Schweizer Garde 1998 habe der Teufel seine Hand im Spiel gehabt, genauer bei ihrer «Vertuschung». Der damalige Kommandant Alois Estermann und seine Frau waren laut offiziellem Untersuchungsbericht vom Korporal Cedric Tornay aus Rache wegen einer verweigerten Auszeichnung erschossen worden, Tornay habe sich danach selbst gerichtet. Tornays Eltern haben diese Version stets bezweifelt, es gab Gerüchte über ein homosexuelles Verhältnis und die Beteiligung eines vierten Mannes. Für Gabriele Amorth ist klar: «Es wurde alles vertuscht. Sofort.»
Seine Ansichten stossen auf Widerspruch in den eigenen Reihen. Pater José Antonio Fortea Cucurull, ein spanischer Theologe und Dämonenexperte, bezeichnete Amorths Ansichten über die satanische Infiltration des Vatikans als unbelegt: «Es mag bessere und schlechtere Kardinäle geben, aber alle haben aufrichtige Absichten und streben nach der Herrlichkeit Gottes.» Die Behauptung, gewisse Kardinäle gehörten einer «satanischen Sekte» an, sei eine «inakzeptable Entfremdung».
(pbl)


























