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Erdbeben in Italien
06. April 2009 06:09; Akt: 06.04.2009 19:51 Print
150 Tote, Notstand ausgerufen
Ein schweres Erdbeben in Mittelitalien hat mindestens 150 Menschen, darunter viele Kinder, das Leben gekostet. Der Zivilschutz rechnet mit noch mehr Toten und schätzt die Zahl der Obdachlosen auf 100 000 Menschen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi rief den Notstand aus.
Nach den Angaben der Polizei gab es über 1500 Verletzte. Geplant ist die Einrichtung von Zeltlagern, in denen die Opfer vorübergehend untergebracht werden sollen. Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA mussten vor dem Spital in L'Aquila Verletzte unter freiem Himmel behandelt werden, die Notaufnahme war überfüllt. Nur ein einziger Operationssaal könne genutzt werden. Die Universitätsklinik der Stadt blieb wegen Einsturzgefahr geschlossen. Schwerverletzte wurden per Helikopter in benachbarte Spitäler transportiert.

Schwieriges Durchkommen für Rettungskräfte
Ganze Familien sind nach Angaben der Lokalbehörden noch unter den Trümmern von eingestürzten Gebäuden verschüttet. Durch Nachbeben stürzten weitere zuvor bereits beschädigte Häuser ein. Auch die Strassen von L'Aquila und den umliegenden Ortschaften waren mit Trümmern übersät.
Die Rettungsmannschaften kamen nur mühsam voran. Freiwillige versuchten, die Menschen mit den Händen aus den Trümmern zu graben. Stimmen von Personen, die um Hilfe riefen, waren zu hören. Hunde wurden bei der Suche nach den Verschollenen eingesetzt.
Bis zu
Notstand ausgerufen
Inzwischen traf der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi in L'Aquila ein. Zuvor hatte er den Notstand ausgerufen und eine Reise nach Moskau abgesagt. «Es ist die schlimmste Tragödie, die sich in Italien im neuen Jahrtausend ereignet hat», sagte Berlusconi.
Der Präsident der Region Abruzzen, Gianni Chiodi, sprach von einer «dramatischen Situation, die von Stunde zu Stunde schlimmer wird». «Wir versuchen Hilfe zu bringen, aber die Lage ist wirklich sehr schwierig», sagte er.
Italiens Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso wehrte sich gegen den Vorwurf, Warnungen von Experten in den Wind geschlagen zu haben. Trotz der gehäuften Erdstösse der vergangenen Tage in der Region sei nicht absehbar gewesen, wann es zu einem starken Beben kommen konnte, sagte Bertolaso (20 Minuten Online berichtete).
Der Papst zeigte sich zutiefst betroffen. Er bete für die Opfer, vor allem für die Kinder, die beim Erdbeben ums Leben gekommen sind. Auch der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano zeigte sich betroffen. Er appellierte, Solidarität für die Opfer und ihre Familien zu zeigen.
Internationale Hilfsangebote
Bereits gingen zahlreiche Hilfsangebote aus aller Welt in Italien ein. Nach einer ersten Einschätzung der Lage brauche Italien jedoch keine Unterstützung aus dem Ausland, sagte Agostino Miozzo vom Zivilschutz.
Das Epizentrum des Erdbebens lag in den Abruzzen, östlich von Rom, wo die Erdstösse ebenfalls zu spüren waren. Unter Italien stossen zwei Bruchkanten von Erdplatten aufeinander.
Ausschnitte einer Direktübertragung aus der Erdbebenregion
(Quelle: APTN Video)
(sda)



























