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Giftschlamm-Flut
13. Oktober 2010 17:22; Akt: 13.10.2010 17:23 Print
Alu-Fabrik bald wieder in Betrieb
Anderthalb Wochen nach der Giftschlamm-Katastrophe ist ein weiteres Opfer gestorben. Derwil soll die Fabrik bald wieder in Betrieb genommen werden.
Die ungarische Aluminiumfabrik, aus der vergangene Woche eine Welle giftigen Schlamms ausgelaufen war, soll am Donnerstag oder am Freitag wieder in Betrieb gehen. Die Zahl der Todesopfer der Katastrophe stieg inzwischen auf neun.
Die ungarische Regierung kam am Mittwoch in der Katastrophenregion zusammen, um die Aufräumarbeiten zu begutachten. Anschliessend fand eine Kabinettsitzung in Veszprem, etwa 20 Kilometer vom Katastrophengebiet entfernt, statt.
«Produktion wieder starten»
Der als Leiter der Fabrik eingesetzte Katastrophenschutzchef György Bakondi sagte bei einer Pressekonferenz mit Innenminister Sandor Pinter, die Anlage zur Vorheizung der Fabrik sei bereits eingeschaltet. Sobald die richtige Temperatur erreicht sei, werde «die Produktion wieder starten».
Pinter sagte, in der kleinen Stadt Devescer, die von der Giftschlammkatastrophe schwer getroffen wurde, sei «das Leben wieder sicher». Die Behörden wollten dem Innenminister zufolge schon bald die Vorwarnstufe zum Verlassen des Ortes aufheben, der nach der Evakuierung des Dorfes Kolontar am Samstag verhängt worden war.
Die Bewohner des am schlimmsten betroffenen Dorf Kolontar könnten am kommenden Samstag wieder in ihre Häuser zurückkehren. Bis dahin sollten die Arbeiten an neuen Schutzvorrichtungen an der Aluminiumfabrik abgeschlossen sein.
Ein Bewohner Kolontars erlag am Mittwochmorgen im Spital seinen Verletzungen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Es handle sich um einen älteren Menschen. Bei dem Unfall wurden 150 Menschen verletzt. Noch immer befinden sich 45 von ihnen im Spital.
Unter staatlicher Kontrolle
Das für das Werk verantwortliche Unternehmen MAL steht nach einer Eilentscheidung des ungarischen Parlaments unter staatlicher Kontrolle. MAL-Chef Zoltan Bakonyi war am Montag festgenommen und in Gewahrsam genommen worden. Schon bald solle ein Gericht in Veszprem entscheiden, ob er in Untersuchungshaft kommt.
Laut einem Bericht der ungarischen Zeitung «Nepszabadsag» wussten Bakonyi und weitere Leiter der Firma bereits mehrere Wochen vor der Katastrophe, dass aus Rissen am Auffangbecken giftiger Schlamm auslief.
(sda)



























