Welthungertag

15. Oktober 2010 16:59; Akt: 15.10.2010 17:09 Print

Aufruf zum Kampf gegen den Hunger

Auch wenn die Zahl der weltweit Hungernden erstmals seit 15 Jahren rückläufig ist, gibt es weiterhin keinen Grund zum Jubel. Politiker und Prominente riefen die internationale Gemeinschaft auf, mehr gegen den Hunger in der Welt zu tun.

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Die indonesische Sängerin Anggun beim Auftritt in Rom. (Bild: Keystone)

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Anlässlich des Welternährungstags am Samstag riefen
«Weltweit befinden sich weiter 30 Länder in extremer Nahrungsmittelkrise, 21 davon in Afrika», mahnte der Direktor der der Welternährungsorganisation (FAO), Jacques Diouf.

Nachdem die Zahl der Hungernden 2009 auf der Erde erstmals die Milliardengrenze überstiegen hatte, sind heute noch etwa 925 Millionen Menschen von Hunger betroffen.

Trotz der sinkenden Zahlen gebe es keinen Grund zur Freude, sagte Diouf zum Abschluss des UNO-Welternährungsgipfels in Rom. Er forderte die Weltgemeinschaft am Freitag zu einer besseren Abstimmung ihrer Massnahmen gegen Unterernährung auf.

Calmy-Rey auf dem Bundesplatz

Am Samstag wird unter dem Motto «Vereint gegen Hunger» zum 30. Mal der Welternährungstag begangen. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey wird auf dem Bundesplatz in Bern an einer Veranstaltung der «Schweizerischen Allianz gegen Hunger» teilnehmen.

In ihrer Rede werde die Aussenministerin daran erinnern, dass Hunger kein unabänderliches Schicksal sei und dass es an den Regierungen liege, etwas dagegen zu tun, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.

Neue UNO-Botschafter ernannt

Die US-Schauspielerin Susan Sarandon, die kanadische Sängerin Céline Dion, der italienische Schauspieler Raoul Bova und die philippinische Sängerin Lea Salonga wurden unterdessen zu neuen UNO- Botschaftern des guten Willens im Kampf gegen Hunger ernannt.

«Als Mutter kann ich mir nichts Frustrierenderes oder Erschütternderes vorstellen, als nicht in der Lage zu sein, sein Kind zu ernähren», sagte Oscar-Preisträgerin Sarandon zu den Gründen ihres Engagements.

Die internationale Gemeinschaft hatte es zu einem ihrer Millenniumsziele erklärt, den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung von 20 Prozent im Jahr 1992 auf zehn Prozent im Jahr 2015 zu reduzieren.

Richtlinien gegen «Land Grabbing»

In dieser Woche erörterten Vertreter von Regierungen, Zivilgesellschaft und der UNO im Welternährungsausschuss in Rom, wie die Versorgung in längeren Krisen verbessert und Preisspekulationen eingedämmt werden können. Zunehmend Sorgen bereitet auch der Kauf von Anbauflächen in armen Ländern.

Trotz politischer Differenzen und starker Eigeninteressen seien bei der Entwicklung gemeinsamer Richtlinien für grossflächige Landkäufe durch Investoren und reiche Länder bei der Konferenz Fortschritte erzielt worden, teilte die Hilfsorganisation Oxfam mit.

«Das Problem ist erkannt, die Gefahr für die Menschen in armen Ländern aber noch nicht gebannt. Wir brauchen dringend Regeln, die den weltweiten Ausverkauf von Agrarland in die Schranken weisen - sonst wird der Hunger in den nächsten Jahren wieder zunehmen», warnte Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale.

Allein im Jahr 2009 sei zehn Mal mehr Land gekauft oder gepachtet worden als in den Jahren zuvor - insgesamt rund 45 Millionen Hektar. Zwei Drittel des so genannten «Land Grabbings» betreffe Afrika.

(sda)

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