«So süss»

31. Oktober 2011 06:38; Akt: 31.10.2011 20:25 Print

Das 7-Milliarden-Baby ist daDas 7-Milliarden-Baby ist da

Vor 12 Jahren ist der sechsmilliardste Mensch zur Welt gekommen. Nun feiert die Erde die Geburt von Baby Nummer 7 000 000 000. Es heisst Danica May Camacho und kommt aus Manila.

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Danica May Camacho ist der 7000000000. Mensch auf der Erde. (Bild: AFP)

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Um den Titel des siebenmilliardsten Menschen ist ein internationaler Wettstreit entbrannt. Als erstes Land reklamierten die Philippinen für sich, Geburtsstätte des siebenmilliardsten Erdenbürgers zu sein. Kurze Zeit später verkündeten zwei russische Regionen und Indien, bei ihnen sei das Jubiläumsbaby auf die Welt gekommen.

Die UNO hatte bereits vor Monaten den 31. Oktober als symbolischen Termin für die Geburt des siebenmilliardsten Menschen festgelegt. Schon zwei Minuten vor Mitternacht erblickte die kleine Danica May Camacho das Licht der Welt.

Bei der Geburt in Manila waren auch UNO-Vertreter anwesend, die einen Kuchen mitbrachten und einen Gutschein für Schuhe. Danica May erhielt zudem ein Stipendium für ein Studium und die Eltern Finanzhilfen zum Aufbau eines Geschäfts.

Freudiges Ereignis und Warnung

Eric Tayag vom Gesundheitsministerium erklärte, die Geburt sei auch eine Warnung. «Sieben Milliarden ist eine Zahl, über die wir gut nachdenken sollten», sagte er. «Wir sollten uns auf die Frage konzentrieren, ob es für jedes Kind ausreichend Nahrung, sauberes Wasser, Unterkunft, Bildung und ein anständiges Leben gibt.»

Die philippinische Regierung unterstützt ein Programm zur Familienplanung, das auch Verhütungsmittel einschliesst. Die im Land einflussreiche katholische Kirche ist jedoch gegen Verhütung.

Sechsmilliardster Erdenbürger lebt in Armut

Erst 1999 war die Sechs-Milliarden-Grenze überschritten worden. Damals war Adnan Nevic in Sarajevo vom früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan offiziell als sechsmilliardster Mensch begrüsst worden.

Adnan und dessen Familie leben in grosser Armut - der Vater ist krebskrank, die Mutter arbeitslos. Sie zeigten sich am Montag gegenüber Journalisten von der UNO schwer enttäuscht. Diese wollte bei der Geburt des siebenmilliarsten Menschen nicht nur ein einziges Baby ins Rampenlicht stellen.

«Wir haben nicht ein einzelnes Kind ausgesucht, das kann ohnehin nur symbolisch sein», sagte der Chef der UNO-Bevölkerungsagentur, Babatunde Osotimehin. «Denn sieben Milliarden Menschen sind sieben Milliarden Herausforderungen, aber auch sieben Milliarden Chancen - und nicht nur die eines einzelnen Kindes.»

Die Behörden der russischen Halbinsel Kamtschatka erklärten kurz nach den Philippinen, um 00.19 Uhr Ortszeit sei der kleine Alexander geboren worden. Auch der 7400 Kilometer weiter westlich liegende Verwaltungsbezirk Kaliningrad meldete mit dem um 00.02 Uhr Ortszeit geborenen Pjotr ein eigenes Sieben-Milliarden-Kind.

80 Millionen mehr pro Jahr

Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh kam ebenfalls ein Jubiläumsbaby zur Welt. In Indien leben derzeit 1,2 Milliarden Menschen, ab 2025 wird das Land nach UNO-Angaben China als bevölkerungsreichstes Land ablösen.

Demografen zufolge dauerte es bis 1804, bis die Weltbevölkerung die Milliardengrenze überschritt. Erst ein Jahrhundert später war 1927 die zweite Milliarde erreicht.

Im 20. Jahrhundert beschleunigte sich die Entwicklung rasant: drei Milliarden 1959, vier Milliarden 1974, fünf Milliarden 1987, sechs Milliarden 1998. Die UNO schätzt, dass die Weltbevölkerung 2025 acht Milliarden Menschen umfassen wird. Bis 2038 könnten es zehn Milliarden sein.

Ban mahnt Solidarität an

Derzeit wächst die Weltbevölkerung jedes Jahr um etwa 80 Millionen Menschen. Die Probleme, die das mit sich bringt, will UNO- Generalsekretär Ban Ki Moon beim am Donnerstag beginnenden Treffen der G20-Gipfel in Cannes ansprechen.

Ban sagte in New York, das Jubiläumskind, «wo immer es auch sein möge», sei «in eine Welt der furchtbaren Gegensätze» geboren worden. Er mahnte, trotz der Wirtschaftskrise keine Gelder für die Entwicklungshilfe zu streichen. Es gehe bei dieser Frage um die ganze Menschheit.

(sda)

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  • Matthias Wohlgemuth am 01.11.2011 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Energiesünder

    Das lustigste dabei ist, dass unsere Grünen noch immer die Singles an den Energiepranger stellen. Es mag ja sein, dass ein Single mehr verbraucht als die einzelne Familienperson. JEDOCH verbraucht jedes Kind in seinem Leben (und dessen Kinder und dessen Kinder und dessen Kinder) das x-fache an Energie die ein Single verbraucht.

  • Klaus am 31.10.2011 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    UNO soll handeln

    Anstelle dieses Ereignis als so bedeutend hinzustellen, soll die UNO einmal schauen, dass das Wachstum endlich stagniert! Verteilt Kondome und Pillen anstelle von Nahrungsmitteln und Kleidern. Wenn wir immer bringen und bringen gibt es immer mehr und wir bringen immer mehr bis das System kolabiert. Bill Gates ist mein Held da er in Indien eine Kondomfabrik gemacht hat........ Kauft besser Microsoft Produkte als zu spenden. Da weis man was man hat!

  • Stefan am 31.10.2011 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht der 7-Milliardste Mensch...

    Abgesehen davon, dass man das nicht so genau wissen kann (steht ja "symbolisch"): Mir ist schon klar, dass hier nur die lebenden gezählt werden (und für den Begriff "aktuelle Weltbevölkerung" auch sollen). Aber wenn ich in einem Laden den 1'000'000sten Kunden begrüsse, zähle ich ja die auch mit, die den Laden schon verlassen haben. Darum ist die Bezeichnung "7-Milliardste Mensch" falsch! Korrekt müsste man sagen: "Der Mensch mit dem die Weltbevölkerung die 7-Mia.-Grenze überschreitet."