Solar Impulse

08. Juli 2010 07:41; Akt: 08.07.2010 15:09 Print

«Wir haben mehr erreicht als wir wollten»«Wir haben mehr erreicht als wir wollten»

Das Solarflugzeug des Luftfahrtpioniers Bertrand Piccard ist nur mit der Kraft der Sonne über 24 Stunden in der Luft geblieben.

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Das Solarflugzeug des Umweltpioniers Bertrand Piccard (links) ist unter grossem Applaus am 8. Juli 2010 gegen 9 Uhr in Payerne VD gelandet. Gut 26 Stunden war Pilot André Boschberg in der Luft - angetrieben nur mit Sonnenenergie. Rund 400 Flugfans warteten am Rande der Flugpiste auf die «Solar Impulse». Unter makellosem blauem Himmel setzte Pilot Boschberg schliesslich das Solarflugzeug sanft auf - begleitet von heftigem Applaus der Schaulustigen. Es war der erste Nachtflug eines Solarflugzeuges überhaupt. Während des Fluges hatte sich der Pilot von Sandwiches, Milchreis und Energieriegel ernährt. Vorgesehen war auch, dass er via Schlauch aus einem Sack gefüllt mit Wasser trinken kann. Doch das Wasser gefror, so dass Boschberg einige Stunden durstig weiterfliegen musste. Starvorbereitungen in den frühen Morgenstunden des 7. Juli 2010. Die Sonne geht auf. Die Batterien werden vom ersten Sonnenlicht geladen. Letzte Instruktionen von Bertrand Piccard (rechts) an seinen Testpiloten André Borschberg. Und los geht die Reise. Das Flugzeug steigt während des Tages auf rund 8500 Meter Höhe. Hat es die angestrebte Höhe erreicht, verbleibt es dort bis zum Sonnenuntergang. In dieser Zeit müssen die Batterien aufgeladen werden, damit die «Solar Impulse» genug Energie hat, die Nacht durchzustehen. Rund zwei Stunden vor Sonnenuntergang beginnt das Solarflugzeug mit seinem Sinkflug auf 1500 Meter. Auf dieser Höhe wird es die ganze Nacht hindurch weiter fliegen, bis die Sonne am Donnerstagmorgen wieder aufgeht

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Rund 400 Flugfans warteten am Rande der Flugpiste auf die «Solar Impulse». Unter makellosem blauem Himmel setzte Pilot Boschberg schliesslich das Solarflugzeug sanft auf - begleitet von heftigem Applaus der Schaulustigen.

Etwa eine Viertelstunde später stieg der Pilot aus - sichtlich erfreut über den gelungenen, 26 Stunden dauernden Testflug. Nur wenig sah man dem Mitbegründer von «Solar Impulse» die Anstrengungen und Strapazen an. «Wir haben mehr erreicht als wir wollten», sagte Borschberg nach der Landung. «Wir sind alle sehr glücklich.» Das Team bezeichnete den Flug als Meilenstein. Er habe gezeigt, dass die «Solar Impulse» theoretisch unbegrenzte Zeit in der Luft bleiben könne.

Trinkwasser gefror

Nach zwei, drei Händeschütteln wurde der Pilot zu einem Fahrzeug gebracht. Dort wechselte er seine Kleidung und wusch sich ein wenig, bevor er dann die vielen Gratulationen seiner Teamkollegen und der Sponsoren entgegennehmen konnte. Und erste Interviews geben musste.

Während des Fluges hatte sich der Pilot von Sandwiches, Milchreis und Energieriegel ernährt. Vorgesehen war auch, dass er via Schlauch aus einem Sack gefüllt mit Wasser trinken könne. Doch das Wasser gefror, so dass Boschberg einige Stunden durstig weiterfliegen musste.

Batterien auftanken

Die «Solar Impulse» war am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr in Payerne VD zu ihrem Testflug aufgebrochen. Grund für den frühen Start: Die Batterien mussten genügend Zeit haben, um Energie zu speichern. Nur so war es dem Flugzeug möglich, die Nacht hindurch ohne Treibstoff in der Luft zu bleiben.

Während der Nacht sank das Flugzeug aus einer Höhe von 8500 Metern wie vorgesehen auf 1500 Meter ab, um dort bis zur Landung zu verbleiben. Es kreiste während des ganzen Fluges über dem Neuenburger-, dem Murtensee und dem Jura.

Atlantiküberquerung

Zuvor waren dieses Jahr zwei kleinere Tests mit dem Flieger geglückt. Die «Solar Impulse» hat mit 80 Metern die Spannweite einer Boeing 747, wiegt aber nur so viel wie ein Kleinwagen. Strom aus knapp 12 000 Solarzellen kann in Lithiumakkus gespeichert werden und vier Elektromotoren antreiben.

Piccard hatte zuvor angekündigt, falls der erste 24-Stunden-Flug glücke, wolle er eine Atlantiküberquerung wagen. Dazu müsste aber ein zweiter, noch leichterer Prototyp einer Solarmaschine verwendet werden, was neue Gefahren berge. Das Team will 2012 die Welt umrunden.

Piccard stammt aus einer berühmten Abenteurerfamilie. 1999 nahm er als Copilot bei der ersten Nonstop-Weltumrundung mit einem Ballon teil. Sein Vater Jacques tauchte tiefer als je ein Mensch zuvor. Grossvater Auguste war der erste Mensch, der mit einem Ballon in die Stratosphäre flog.

Der Flug der «Solare Impulse» kann im Internet live mitverfolgt werden: www.solarimpulse.com

Jungfernflug der «Solar Impulse» in Payerne
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(Video: Leserreporter)


(sda)