Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Elend im Jemen
10. Februar 2012 11:48; Akt: 10.02.2012 13:54 Print
Das ist das Pressebild des Jahres
Berührend, verblüffend, frisch: 57 Fotografien wurden mit dem World Press Award ausgezeichnet. Das Siegerbild zeigt die intime Seite des Arabischen Frühlings.
Gekrümmt lehnt er mit nacktem Oberkörper an der Schulter der verhüllten Frau. Ihre Arme hat sie um ihn gelegt, ihre Hände stecken in Gummihandschuhen. Wir befinden uns in einer Moschee in Sana'a, der Hauptstadt des Jemen. Sie dient als Feldlazarett. Draussen tobt der Protest gegen Präsident Ali Abdullah Saleh. Die Zustände erinnern an einen Bürgerkrieg. Die Schmerzen des Mannes lassen sich nur erahnen.
Bildstrecken World Press Award 2010World Press Photo 2009World Press Photo 2007 VideoDer spanische Fotograf Samuel Aranda hat diesen Moment am 15. Oktober eingefangen. Und damit den Oscar der Pressefotografie gewonnen, den World Press Photo Award. «Das Foto steht für die gesamte Region», begründete Jurymitglied Koyo Kouoh in Amsterdam die Auszeichnung im wichtigsten Fotowettbewerb der Welt. «Es präsentiert Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien – einfach alles, was während des arabischen Frühlings geschah.»
Das Besondere an dem Foto sei, dass es in einer bedeutenden Entwicklung «eine private, intime Seite» zeige. Aranda war im Auftrag der «New York Times» im Jemen.
Im Zuge der revolutionären Bewegungen in der arabischen Welt hatten Anfang 2011 auch im Jemen Proteste gegen Saleh eingesetzt. Der seit 1978 amtierende Staatschef unterzeichnete im November nach monatelangen Protesten mit hunderten Toten ein Abkommen zum Machtverzicht. Im Gegenzug wurde ihm Straffreiheit zugesichert. Bis zur Präsidentschaftswahl am 21. Februar ist Saleh als Ehrenpräsident formell noch im Amt.
Insgesamt zeichnete die 19-köpfige Jury in neun Kategorien 57 Fotografen aus 24 Ländern aus. Die besten Fotos finden Sie in der Bildstrecke oben.
(mlu/sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 32 Kommentare






























Gestelltes Kitsch
Ich wette, das Siegerbild ist ein gestelltes und mit Photoshop bearbeitetes Bild! Eigentlich nur ein Kitsch welches Emotionen erwecken will! Der Egon hat mit seiner Aussage vollkommen Recht.
Schlimm und erniedrigt Frauen
Die Fotos sind nur eines: deprimierend. Von Kunst kann ich evtl. in drei/vier Fotos entdecken. Was heute Kunst genannt wird bei Gemälden, Fotos, Skulpturen, Theater usw. ist manchmal grauenhaft. Da lobe ich mir einen Monet, Degas, Toulouse Lautrec etc.. Meine Tochter hat schon vor einigen Jahren mit 8Jahren gemeint: Das ist doch keine Kunst, das kann ich auch (nur hätte niemand was dafür bezahlt!).
komische ansicht
Sie bestimmen also, was Kunst ist und was nicht?
Erstaunlich
Das ist dann wohl der Zerfall der Pressefotografie...von 18 Bildern verdienen gerade mal drei die Bezeichnung "Pressebild".