Zweiter Vulkan

16. April 2010 12:29; Akt: 16.04.2010 15:30 Print

Die Angst vor dem grossen NachbarnDie Angst vor dem grossen Nachbarn

von Peter Blunschi - Die Isländer reagieren gelassen auf die Eruption am Eyjafjalla-Gletscher. Mehr Sorgen bereitet ihnen ein ganz anderer Vulkan.

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Der Eyjafjallajökull hat seine isländische Umgebung in eine Mondlandschaft verwandelt (16. Mai 2010). Der Gletschervulkan als Touristenattraktion (17. Mai 2010). Noch am 17. Mai wurden Teile des europäischen Luftraums geschlossen. Ein Mitglied des Krisenstabes der Deutschen Flugsicherung zeigt am 20. April 2010 in Langen bei Frankfurt auf eine Karte, auf der die Berechnung für die Ausdehnung (rote Kontur) der Aschewolke zu sehen ist. Erkennungsflug am 19. April: Die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es anschliessend. Man habe es mit «dynamischen und sich schnell ändernden Bedingungen» zu tun. Spektakuläres Bild vom Vulkan in der Nacht auf den 19. April 2010. Immer noch spuckt der Vulkan Lava und Asche. Eine klebrige Aschemasse bedeckt Teile Islands. Einsatzkräfte befreien das Dach eines Hauses im isländischen Seljavellir vom Aschregen des Vulkans. Statt vom Schnee werden Strassen in Island vom Aschregen befreit. Dächer werden von der Asche freigeräumt. In Island sind die Ausmasse des Vulkanausbruchs eindrücklich zu sehen. Selbst im Auto müssen sich die Leute mit Masken schützen. Die Aschewolke ist ein einmaliges Naturphänomen. Spektakuläre Bilder aus Island zeigen, was der Vulkanausbruch dort angerichtet hat. Bauern sind besonders betroffen. Ein isländischer Bauer schützt sich mit einer Schutzmaske vor der Asche. Eine Eruption mit gravierenden Folgen: Der Ausbruch des Vulkans legte den Flugverkehr tagelang in halb Europa lahm. Das Schmelzwasser nimmt als Folge der erneuten Eruptionen am Gletscher weiter zu. Der Gletscherfluss Markarfljot ist schon bedenklich angestiegen. Die Folgen des Vulkanausbruchs sind am 14. April bis über die Wolkendecke zu sehen. Die grosse Gefahr am Boden ist das Hochwasser. Touristen betrachten die Lava am 2. April 2010. 2. April 2010. Schaulustige betrachten das Naturschauspiel am 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 27. März 2010. 25. März 2010. Die isländische Küstenwache machte Aufnahmen aus der Höhe.

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Die isländischen Behörden haben die Evakuierung des Gebiets rund um den Eyjafjalla-Vulkan in der Nacht zum Freitag wieder aufgehoben. Fast alle der 800 Betroffenen konnten in ihre Häuser zurückkehren. Die Gefahr akuter Überschwemmungen durch geschmolzenes Gletschereis sei vorerst gebannt, hiess es in Reykjavik. Zwar wurde die wichtige Ringstrasse rund um die Insel an einzelnen Stellen absichtlich zerstört, um den Wassermassen das Abfliessen ins Meer zu ermöglichen. Doch auch das bringt die Isländer nicht aus der Ruhe.

Sie wissen, dass ihr Leben im wahrsten Sinne ein Tanz auf dem Vulkan ist. Seit die Wikinger die karge Insel im Nordatlantik im frühen Mittelalter besiedelt hatten, gab es laut der «Süddeutschen Zeitung» rund 250 Vulkanausbrüche. Entsprechend gut ist man auf mögliche Katastrophen vorbereitet. So sind etwa die so genannten Sandergebiete, durch die das Gletscherschmelzwasser im Fall eines Ausbruchs abfliesst, in der Regel unbesiedelt. Die 30 aktiven Vulkane der Insel stehen unter ständiger Beobachtung.

Ein Ausbruch folgte dem anderen

Und doch sind die Experten besorgt: Denn ganz in der Nähe des Eyjafjalla-Gletschers befindet sich ein Vulkan von weit grösserem Kaliber: der Katla. Noch schlummert er tief unter dem Eis des Myrdals-Gletschers, und es gibt keine Anzeichen für ein Erwachen. Der Geologe Pall Einarsson aber verwies in der Zeitung «Morgunbladid» darauf, dass auf die drei historisch belegten Ausbrüche des Eyjafjalla 920, 1612 und 1821-23 stets eine Eruption des Katla folgte. Der überaus aktive Vulkan spie in der Vergangenheit alle 40 bis 80 Jahre Feuer. Letztmals war dies 1918 der Fall – der Katla wäre also überfällig.

Das wissen auch die Bauern in der Umgebung: «Ich habe keine Angst vor dem Eyjafjalla, aber ich fürchte den Katla», sagte Agnar Mar Agnarsson aus Hallgeirseyjarhjaleiga dem «Morgunbladid». Ein Ausbruch werde nicht sofort geschehen, «aber er wird geschehen, und er wird viel stärker sein». Der 86-jährige Vilhjalmur Eyolfsson erinnerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an die Berichte seines Vaters über den Ausbruch von 1918: An manchen Orten habe die Asche bis zu den Schultern der Leute gereicht. Vor allem für die Tiere sei dies verheerend gewesen – «ich bin erleichtert, dass ich keine Schafe mehr habe».

Isländische Schadenfreude

Über die möglichen Folgen eines Katla-Ausbruchs wollen die Experten nicht spekulieren. Man beobachte die Lage sehr genau, sagte der Geologe Einarsson. In der Bevölkerung des nach dem Kollaps des aufgeblähten Bankensystems von der Krise schwer gebeutelten Landes macht sich derweil Schadenfreude breit – vor allem weil ausgerechnet Grossbritannien und die Niederlande besonders stark von der Aschenwolke und ihren Folgen für den Luftverkehr betroffen sind.

Sie hatten von Island eine Entschädigung von 3,9 Milliarden Euro verlangt für die Pleite der Bank Icesave. Der entsprechende Vertrag wurde jedoch Anfang März in der ersten Volksabstimmung in der Geschichte des Landes mit über 90 Prozent Nein wuchtig abgelehnt. Nun kursiert auf Island ein bissiger Witz: «Was fällt euch ein, uns Asche (auf englisch Ash) zu schicken? Wir wollten Cash!» schimpfen die Engländer. Die Antwort der Isländer: «Oh, tut uns leid, aber in unserem Alphabet gibt es kein C.»

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  • klkjklk am 21.04.2010 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    klkjklkj

    Die sind auch nur Menschen die Experten!!!!!

  • Michael am 21.04.2010 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wir können nicht alles kontrollieren

    Bravo. Dieses Ereignis, wenn auch nervig und umständlich für viele Reisende zeigt es doch, wie uns die Natur mit einem Vulkanausbruch aus dem "Takt" bringen kann. Kein Flugzeug startet mehr, alles am Boden. Trotz unendlicher Technologie, die wir alle schätzen, zeigt es wer der Chef auf dem Platz Erde ist: die untechnologisierte Natur!

  • wohewana am 20.04.2010 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Nun regen sie sich wieder auf, weil ihr geplantes Leben nicht entsprechend verläuft ! Nur weil da im hohen Norden mal ein Berg hustet !! Wie sieht unser Leben aus, wenn die Eifel mal wieder Lava spuckt ?! Oder der Hot Spot im Yellow Stone Nationalpark ausbricht ? Dann besteht berechtigte Besorgnis um unser Leben !