Chemische Kastration

30 octobre 2008 12:48; Act: 30.10.2008 13:18 Print

Die Spritze für den TriebtäterDie Spritze für den Triebtäter

Eine Lausanner Firma hat ein Medikament zur sexuellen Kastration von Triebtätern entwickelt. Die Spritze wird in neun europäischen Ländern lanciert. In der Schweiz müsste der Zulassung ein Feldversuch mit Triebtätern vorangehen.

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Genau einen Monat vor der Abstimmung über pornografische Straftaten will eine Lausanner Biotech-Firma ein Medikament gegen sexuellen Missbrauch auf den Markt bringen. Moapar heisst die chemische Keule, die bei allfälligen Triebtätern zur sexuellen Impulsunterdrückung führt. Erreicht wird dies dank einer Reduzierung des Testosteronspiegels.

«Mit Moapar ist eine Spritze pro Monat genug. Mit den heutigen anderen Medikamenten muss man täglich eine Tablette schlucken», erklärt Jo-Anne Lütjens, Kommunikationsleiterin bei Debiopharm gegenüber 20 Minutes.

Diese chemische Kastration ist eine Alternative zum chirurgischen Eingriff. Die Anwendung hat noch einen weiteren Vorteil: Falls sich der Patient als Opfer eines juristisches Irrtum herausstellt, kann die volle sexuelle Funktionsfähigkeit durch Absetzen des Medikaments wieder hergestellt werden.

Pädophile müssten testen

Moapar wurde in neun europäischen Ländern registriert, in der Schweiz aber noch nicht. Swissmedic verlangt klinische Tests - die sind aber schwierig und hätte äusserst unerwünschte Konsequenzen: «Um zu beweisen, ob das Medikament effizient ist, müsste man das Risiko auf sich nehmen, Pädophilen in einem Placebo-Test ihren freien Lauf zu lassen», sagt das welsche Magazin PME.

Die Schweiz könnte aber trotzdem das Medikament aufnehmen, aber nur, wenn es sich im Ausland als Erfolg herausstellt. Reich wird die Firma mit dem Mittel kaum. Die Patientenzahl ist zu begrenzt.

phf/tde