Wir schlottern weiter

09. Februar 2012 20:55; Akt: 09.02.2012 20:55 Print

Die fiese Bise ist wieder daDie fiese Bise ist wieder da

Lange Unterhosen, Kappe und Handschuhe gehören weiter zur Schweizer Standard-Garderobe. Die Bise kehrt ins Mittelland zurück – und mit ihr der gefürchtete Windchill. Er sorgt für gefühlte -20 Grad.

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Die Eiseskälte Anfang 2012 zaubert wahre Kunstwerke in die Landschaft. Wie etwa diesen Baum, den die exponierte Lage am Genfersee mit einem zotteligen Kleid überzogen hat. Diesen Brunnen in Reiden LU hat die Kälte in eine eindrückliche Skulptur verwandelt. Nein, Baden ist hier definitiv nicht mehr empfohlen. Die Schweiz friert zu. Bei wärmeren Temperaturen ist das ein Schiff - gesehen in Versoix am Genfersee. Da hilft ein Feuerzeug schon lange nicht mehr. Dieser Twingo wartet in Versoix auf mildere Temperaturen. Dieser Suzuki am gleichen Ort übrigens auch. Die Promenade in Nyon ist ebenfalls eine einzige Eisskulptur. Diese Abfallkübel in Genf sind randvoll. Da wächst doch was. Geknipst in Zürich. Eiskalt in Genf. Diese Pflanzen in Yverdon haben es schwer. Ein Sprung ins kühle empfiehlt sich hier nicht. Auch die Ufer am Bielersee sind eine einzige Rutschpartie. So schön ists in Versoix. Bloss nicht zu lange gucken: Fernrohr auf dem Uetliberg in Zürich. Eis-Stalaktiten bei Savognin. Das ist der Tinguely von Freiburg. Nyon ist kräftig vereist... ...das setzt den Masten zu. Diese Tafel am Genfersee wartet auf den Sommer. Diese auch. Anlegen unmöglich! Geknipst am Genfersee. Eiszapfen auch in Davos. Der Brunnen steht in Burgdrof, das Loch ist gestopft. Dieser Drache am Alfred-Escher-Brunnen speit kein Feuer. Hunderte Leser-Bilder erreichten uns in den letzten Tagen. Sie alle machen die Kälte sichtbar. Und alle sind sie spektakulär. Aber schauen Sie selbst. So schön kann der Winter sein. Auf dem Üetliberg ist alles weiss. Nur die Sonne des Planetenwegs leuchtet in Gelb. Nur noch Wagemutige posieren vor der Kamera. Und ganz, ganz Wagemutige tun dies fast nackt. Unser Vorschlag: Das ist unser Top-Kandidat fürs neue Phänomen «Frosting». Sogar Eisblumen haben sich gebildet. Geniessen Sie diese Impressionen ... ... am besten in der warmen Stube. Am Samstagmorgen (4. Februar 2012) am Hafen von Coppet am Genfersee. Das ist der bisherige Minus-Tempreatur-Rekord, der die Redaktion erreicht hat. Bieten Sie mehr? «Wär ich doch in Indonesien geblieben», schreibt Leser-Reporter René zu diesem Bild. «So ist es besser!» «D'Oh!» würde Homer Simpson nur noch sagen. Da hats dem Leser doch prompt ein Duff-Bier verjagt. Bei diesen Temperaturen nützen auch die Red HOT Chilli Peppers herzlich wenig. Ein traumhafter Wintertag beginnt auf der Belalp im Wallis. In Oberwald, ebenfalls im Wallis, ist es um 9.30 Uhr ziemlich frisch ... «Brrr.. Das ist keine Kälte in Basel ... sondern », findet Leser-Reporter Danijel. Auch der olympische Brunnen in Lausanne friert. Heiliges Kanonenrohr: So sieht es am 3. Februar in der Nähe des Hafens von Versoix am Genfersee aus. Versoix am Mittag des 3. Februar 2012. Da wächst sogar dem Hund ein Bart. «Eine frostige Bescherung» schreibt uns ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Einen vereisten Brunnen hat Leser-Reporter Malik fotografiert. Leider hat er verschwiegen, wo sich der Brunnen befindet. Auch Hospental friert. Traumhafter Sonnenuntergang bei minus 10 Grad in Lyss BE. Da lupfts dem Tisch doch glatt den (Schnee-)Deckel! Einen gefrorenen Brunnen hat auch Leser-Reporter Edon vor die Linse gekriegt. Leser-Reporterin Valerie meldet, dass auch die Veveyse im Kanton Freiburg langsam aber sicher zufriert. Der Genfer-See bei Coppet bietet spektakuläre Ansichten. Bald findet man den Weg zum Schneebärgli gar nicht mehr ... Am Morgen danach auf dem Balkon eines Leserreporters ... Auf der Ebenalp im Kanton Appenzell Innerrhoden. Bevor sich Leser-Reporter Patrik allerdings aus dem Haus gewagt hat, hat er erst mal einen Blick aus dem Fenster geworfen. Der Bodensee bei Arbon TG. Vor dem Theater in Basel. Dieses Velo wurde in Geroldswil bei -12 Grad aufgenommen. Velofahren? - Fehlanzeige. Der Strand von Chez le Bart NE. Trotz strahlendem Sonnenschein ist ein Bad hier nicht verlockend. Der Sendeturm auf dem Titlis hat eindeutig ganz, ganz kalt. Ob der so wohl noch senden kann? Mächtige Eisgebilde haben sich auch am Alfred-Escher-Brunnen vor dem Zürcher Hauptbahnhof gebildet. Bereits in der Nacht auf Freitag war der Brunnen völlig mit Eis überzogen. Dieses Eis-WC fand der Leser am Donnerstagabend, 2.2.2012, auf der Zugfahrt von Bern nach Burgdorf. Cola-Dosen sollte man bei dieser Kälte nicht auf dem Balkon lassen, sonst hauts den Boden raus. Glasflaschen würden bei den Temperaturen wohl bersten - ausser das Bier ist bereits geöffnet. So kann Kälte auch aussehen: Ein überfülltes Wartehäuschen am Donnerstagabend in Lenzburg. Die Sihl in Zürich am Freitag: Zur Hälfte ist sie schon zugefroren. «Im Wasser schwimmen Mini-Eisschollen», schreibt der Leser-Reporter. Leserreporter Daniel Mathys schreibt: «Heute morgen 05.40 Uhr in Kandersteg: Ein frostiger Feierabend bei -24 Grad.Gute Nacht!» - das wünschen wir auch. Macht ganz den Eindruck, als wäre es dieser Brunnenfigur in Zürich zum Kotz... zumute. Aufgenommen am Genfersee. «Le Vully in Richtung Gruyere», schreibt uns Leserreporter Daniel Everett. Skijöring in Gstaad bei eisigen -16 Grad.

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Von Polen her nähert sich ein Kaltlufttropfen der Schweiz. Dabei handelt es sich um ein Höhentief, das aus sehr kalter Luft besteht. In der Nacht auf Freitag sorgt dieses Tief auch für Schneefall.

«Vor allem in der Nord- und in der Ostschweiz kann es fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee geben», sagt Reto Vögeli von Meteonews auf Anfrage von 20 Minuten Online. Und dieser Schnee wird besonders Autofahrern zu schaffen machen, denn Vögeli sagt: «Im Moment bleibt jede Flocke liegen, weil der Boden so hart ist.»

Wind macht aus kalt noch kälter

Optisch präsentiert sich das Wetter am Wochenende von der bekannten Seite der letzten Tage. Meist ist der Himmel grau, ab und an drückt die Sonne durch.

Wer sich aber an die etwas weniger kalten Temperaturen der letzten Tage gewöhnt hat, wird beim Gang vor die Tür rasch eines Besseren belehrt. Denn mit dem Kaltlufttropfen kehrt im Mittelland die Bise zurück.

Und so kommt auch der gefürchtete Windchill-Faktor wieder ins Spiel. Windgeschwindigkeiten von rund 40 km/h sorgen dafür, dass die vorhergesagten -8 Grad im Mittelland als -20 Grad empfunden werden. In der Westschweiz bläst die Bise gar noch schärfer. Wir erinnern uns: Das sorgte am Genfersee unlängst für spektakuläre Bilder, wie unser Video zeigt.

Wintersportler: Warm anziehen!

Auch in den Bergen wird am Wochenende geschlottert, da es auch dort stark windet. «Auf 2000 Metern gibt es -16 Grad. Die fühlen sich aber an wie -30 Grad», erklärt Meteorologe Vögeli.

Lange Unterhosen sind auf der Piste also eindeutig Pflicht, generell gilt: Warm anziehen und sich regelmässig in der Hütte aufwärmen. Das dürfte manchem Anhänger der Après-Ski-Kultur nicht ungelegen kommen…

Vorerst kein Ende in Sicht

«Der Winter bleibt uns wohl noch eine Weile treu», prophezeit Reto Vögeli. Ab Dienstag gebe es zwar etwas mildere Temperaturen. Dafür werde es aber erneut schneien.

Deshalb empfiehlt der Wetterfrosch auch allen Schlittschuhbegeisterten, das Wochenende zu nutzen. «Dann sollte es auf den freigegebenen Gewässern wunderbar sein.» Mit dem erneuten Schneefall in der nächsten Woche könnte sich dies wieder ändern.

(rme)

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  • Kälteresistent am 10.02.2012 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Ungeziefer bei so viel Kälte

    Wenn es so richtig schön kalt ist, überleben viele Ungeziefer den Winter nicht - im Sommer haben wir also weniger kreuchen und fleuchen, das ist doch auch was.

    • Kuno am 10.02.2012 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Guter Gedanke

      Stimmt, ich denke in den letzten 10 Tagen hat's so ziemlich alles genommen was versteckt auf den Frühling wartete.... hoffentlich wirkt sich das auch entsprechend aus.

    • Corine S. am 10.02.2012 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz richtig..

      Das stimmt so leider nicht, das Ungeziefer überlebt genau in den kalten Wintern besser. Wenn es nicht so kalt ist, verfault ihnen das Nest uns sie sterben jedoch wenn es kalt ist, bleiben sie am Leben..leider..

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  • Julia am 10.02.2012 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so schlimm..

    Ich freu mich auf die Heizkostenabrechnung... Aber ansonsten find ich das kalte Wetter gar nicht so schlimm... So muss ein Winter eigentlich sein.. Nur vergessen wir das immer, weil wir uns an so wischiwaschi-Winer gewöhnt haben...

  • Sena am 10.02.2012 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und...

    Na und es ist Winter. Geniessen wir ihn. Lieber kalt als Pflotsch!

    • Philipp am 10.02.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Aber ich habe definitiv lieber +30°C wie letzten August als diese Kälte.

    • Sandy am 10.02.2012 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Spuren im Schnee

      Genau! Unseren Gletschern tuts auch gut. Wasser haben wir im Sommer dann auch genügend. Und Wintersport ist sowiewo mein Hobby:-)

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