Abzocker-Bande auf Tour

25. Februar 2012 22:45; Akt: 26.02.2012 12:30 Print

Die stillsten Betrüger der SchweizDie stillsten Betrüger der Schweiz

Dreiste Gauner geben sich als Gehörlose aus und zocken Spenden ab. Sie ziehen von Stadt zu Stadt und von Betrug zu Betrug. Ihre Masche: Mitleid, Schweigen und ausradierbare Kugelschreiber.

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Sie sammeln Opfer, statt Unterstützer: Betrüger geben sich als Spendensammler aus und zocken Gutgläubige ab. (Symbolbild)

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Es sind junge Männer und Frauen. Sie tragen Aktendeckel oder Mappen mit sich und sprechen kein Wort. Sie ziehen einen am Ärmel und zeigen auf den mitgeführten Unterschriftsbogen. Sie sammelten Geld für ein «Taubstummen-Zentrum», heisst es darauf und bitten um eine «kleine Spende». Fragt man nach einem offiziellen Spendenausweis, schütteln sie mit dem Kopf und weisen auf ihre Liste. Wer spendet, unterstützt allerdings nicht Gehörlose, sondern eine dreiste und organisierte Bande.

Wie Leser-Reporter Ulli meldet, sind die Betrüger am Donnerstag am Bahnhof Stadelhofen in Aktion gewesen. «Auf den Unterschriftsbögen stehen ein paar Namen und dahinter eine angebliche Spende.» Es seien Beträge zwischen zehn und fünfzig Franken gewesen. «Das Geld wollen sie bar», so der Leser-Reporter weiter. Die Masche der Betrüger ist nicht neu, aber sie wird immer öfter versucht. Zurzeit ziehen sie wie eine Schlechtwetterfront über die Schweiz: Basel, Winterthur, Zürich – aber auch kleinere Ortschaften wie Wohlen sind nicht gefeit von der Bande, wie ein Blick in die Presse- und Polizeimeldungen zeigt.

Die Betrüger sind in der Regel gut organisiert und wechseln den Standort schnell. 15 Minuten vor dem örtlichen Coop, 15 Minuten vor dem Bahnhof und wenn es zu heiss wird, tauchen sie ab. Obwohl die Polizei immer wieder einige Betrüger erwischt, tauchen sie immer wieder auf. Die Behörden können ihnen selten die erschwindelte Geldsumme nachweisen, weil sie die Unterschriftsbögen schnell verschwinden lassen oder immer wieder dieselben verwenden, wie Leser-Reporterin Katharina berichtet.

Gehörlosenbund würde nie für «Taubstumme» sammeln

Sie hat die Betrüger am Mittwoch an der Uni beobachtet. Die Unterschriftsbögen sind schlechte Kopien und voller Rechtschreibfehler. «Zudem benutzen sie diese Trick-Kugelschreiber, die man radieren kann.» Kaum hat einer eine Spende ausgefüllt, wird sie prompt wieder gelöscht. «So können sie die Formulare ewig benutzen.»

Die bisher letzte Meldung zu den Trickbetrügen ging bei der Stadtpolizei Zürich am Donnerstag ein. Die Bande zockte an der Hardbrücke gutgläubige Passanten ab. Die Stadtpolizei rät im Zusammenhang mit Spenden zu gesundem Misstrauen. Zu erkennen sind die Betrüger nicht nur an den vor Schreibfehlern strotzenden Unterschriftsbögen, den fehlenden Ausweisen, sondern auch am Wortlaut der Bitte und den Bar-Sammlungen.

Die Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen (Zewo) warnt bereits seit Jahren vor der Masche. Eine zertifizierte NGO würde nie Bar-Spenden sammeln. Sie rät deshalb: Im Zweifelsfall lieber eine Rechnung verlangen. Der Schweizerische Gehörlosenbund – deren Logo die Betrüger missbrauchen – weist weiter daraufhin, dass sie nie den Begriff «taubstumm» benutzen würden. Der Begriff ist schlicht falsch: Gehörlose sind taub, können sich aber durchaus artikulieren – mit der Gebärdensprache.

(amc)


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  • Züri-Oberländer am 26.02.2012 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch im Züri-Oberland...

    Im COOP Megastore Parkplatz in Hinwil angetroffen. Genau die selbe Masche. Wer sich nicht ausweissen kann, kriegt von mir nichts!

  • w.w.aus w. am 26.02.2012 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alle selber schuld

    nicht aufregen die reingefallen sind. sind selber,die nichts sehen und hören. wir schweizer haben das letzte Jahr 11,6 mrd. ins ausland gespendet und die wenigsten wissen das. ich werde keine spende geben und auch nicht auf einen trick herreinfallen

  • Cathomen am 26.02.2012 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch hier 

    Gestern waren sie gleich zu dritt vor dem coop-eingang in st. Moritz. Als sie eine alte frau bedrängten schrie ich laut. Sie verschwanden dann sofort, waren danach am in st. Miritz bad vor der postautobus-haltestelle und dort konnten sie plötzlich reden, sie fragten auf italienisch für geld, un die kranke grossmutter mit dem postauto zu besuchen. Auch dort verschwanden sie plötzlich ubd zwar per auto.