Juristisches Schlupfloch

03. Februar 2012 08:02; Akt: 03.02.2012 12:16 Print

Dreister Trick - Mann adoptiert seine FreundinDreister Trick - Mann adoptiert seine Freundin

2010 verursachte John Goodman betrunken einen Unfall mit Todesfolge. Der kommende Prozess könnte den Multimillionär ruinieren. Um das zu verhindern, macht er nun seine Freundin zur Tochter.

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Links: John Goodman, Millionär und Adoptivvater seiner Freundin. Rechts: Saul Goodman, fiktiver Rechtsverdreher der Serie «Breaking Bad». Die beiden gleichen sich in jeglicher Hinsicht aufs Haar.

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Das amerikanische Justizsystem verursacht hierzulande immer wieder Stirnrunzeln. Der Schachzug des 48-jährigen John Goodman ist aber derart unverschämt, dass er sogar in den USA für Polemik sorgt.

Wie verschiedene amerikanische Medien berichten, überfuhr der Multimillionär im Jahre 2010 leicht angetrunken ein Stoppschild und rammte mit seinem Bentley den Wagen des 23-jährigen Scott Wilson. Wilsons Wagen wurde in einen Wassergraben geschleudert, Goodman beging Fahrerflucht, der junge Ingenieur ertrank.

Geschütztes Vermögen

Goodman muss sich im März vor verschiedenen Gerichten für seine Tat verantworten. Dem Erben eines Industriellen drohen bis zu 30 Jahre Haft – und der finanzielle Ruin. Doch der Mann aus Houston weiss seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Für seine Kinder richtete Goodman einen Fonds im Wert von 200 Millionen Dollar ein, die per Gerichtsbeschluss von jeglichen Schadensersatz-Ansprüchen ausgenommen sind. Seine Kinder haben derweil auch keinen Zugriff auf das Vermögen - bis sie 35 Jahre alt sind.

Der Clou: Letzten Oktober adoptierte Goodman seine 42-jährige Freundin Heather Hutchins. Dank ihres Alters und ihres neuen Status als Kind des Millionärs hat sie – und indirekt natürlich auch ihr Freund/Vater - nun Zugriff auf einen Drittel des Fonds.

Unklare Rechtslage

Eine Expertin bezeichnete den Schritt gegenüber «CBS» als ruchlos, aber auch als brillant. Ob Hutchins tatsächlich Zugriff auf den Fonds erhält, ist noch nicht gesichert. Goodmans Anwalt bestreitet, dass es einen Zusammenhang zwischen der Adoption und den Prozessen rund um den Autounfall gibt.

Realsatire mit fiktivem Vorbild

Ganz bestimmt keinen Zusammenhang – aber eine skurrile Ähnlichkeit – gibt es zwischen dem angeklagten John Goodman und Saul Goodman. Saul Goodman ist eine fiktiver Winkeladvokat ohne jegliche Skrupel aus der Erfolgs-Serie «Breaking Bad» - und gleicht damit dem Angeklagten offensichtlich nicht nur äusserlich aufs Haar.

Übrigens: Die «Daily Mail» versuchte herauszufinden, ob Goodman und Hutchins überhaupt noch sexuellen Kontakt zueinander haben dürfen. Ihre Expertin wusste darauf keine schlüssige Antwort: «Aber das ist eine gute Frage!»

(tog)