Gute Taten zahlen sich aus

05. Mai 2009 15:05; Akt: 05.05.2009 15:31 Print

Ehrlicher Taxifahrer erhält unüblichen FinderlohnEhrlicher Taxifahrer erhält unüblichen Finderlohn

Vor zwei Wochen fand ein Taxichauffeur im argentinischen La Plata einen Rucksack auf dem Rücksitz seines Wagens. Als er dessen Inhalt sah, traute er seinen Augen nicht. Doch die Geschichte nahm dann eine unerwartete Wende.

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Am 22. April fuhr der Argentinier Santiago Gori wie immer mit seinem Taxi durch die Stadt La Plata (60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Buenos Aires), als er merkte, dass seine letzten Passagiere, ein älteres Ehepaar, einen Rucksack auf dem Rücksitz des Autos hatten liegen lassen.

Mit der Absicht sie zurückzugeben, öffnete er die Tasche, um darin einen Hinweis auf die Identität der Besitzer zu suchen. Was er fand, verschlug dem 49-Jährigen aber glatt die Sprache: Sorgfältig eingepackt lagen darin 130 000 argentinische Pesos (umgerechnet 41 000 Franken).

Trotz des verlockenden Inhalts versuchte der ehrliche Taxichauffeur, die Besitzer ausfindig zu machen. Nach einer längeren und aufwändigen Recherche gelang es ihm tatsächlich, Namen und Adresse des Paares herauszufinden. Kurz darauf traf er die beiden zur Übergabe ihres Eigentums.

Undankbar

Zu seiner Überraschung sagte der Besitzer des Geldes, der an jenem Nachmittag ein Haus verkauft hatte, nicht einmal Danke. Schlimmer noch: Der eigentlich angebrachte Finderlohn fiel ebenfalls aus. Doch für Gori fing die Geschichte erst hier so richtig an.

Am nächsten Tag berichtete nämlich eine kleine Lokalzeitung über den Vorfall – wobei sie den schnöden Undank des Empfängers gebührend betonte. Darüber empörten sich zwei junge Werber dermassen, dass sie sich etwas einfallen liessen: Sie programmierten eine Webseite, auf der man sich beim ehrlichen Taxifahrer bedanken konnte. «Lasst uns dem Taxifahrer das Geld zurückgeben», lautet das Motto des Projekts.

Prompt kamen die ersten Angebote: Leute spendierten dem Familienvater, der in sehr einfachen Verhältnissen lebt, allerlei – von Französischstunden für seine Kinder über Weinflaschen und Einladungen zum Essen bis zur Produktion eines Liedes ist alles dabei. Bis jetzt kamen über 20 000 Pesos zusammen.

Inzwischen meldete sich der beschämte Besitzer des Rucksacks: Er zahlte Gori 12 000 Pesos Finderlohn – genug, um die Schulden vom Kauf seines Taxis zu begleichen. «Ich habe das aber nicht wegen des Finderlohns gemacht», erzählte Gori den Medien, «ich bin ja zufrieden mit dem, was ich habe.»

(kle)