«Naughty Bear»

22. Juli 2010 22:46; Akt: 22.07.2010 22:52 Print

Empörung über Metzel-Game für KidsEmpörung über Metzel-Game für Kids

Ein Gewaltspiel im Kinder-Look, das in der Schweiz schon ab zwölf freigegeben ist, schockiert Fachleute. Selbst Händler finden das Game zu brutal für diese Altersklasse.

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Ab zwölf Jahren freigegeben: Das Videospiel «Naughty Bear».

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«Naughty Bear», ein Videospiel für Xbox und Playstation, wird seit Juni in der Schweiz verkauft. Auf den ersten Blick wirkt es harmlos: Der Spieler schlüpft in die Rolle eines putzigen Teddybären, begleitet von kindlich-fröhlicher Musik. Doch der Schein trügt. Der Teddybär ist ein Aussenseiter, der von den anderen Teddys ausgelacht und nicht zum Geburtstagsfest eingeladen wird. Angestachelt von der Erzählstimme des Games tickt der Gedemütigte völlig aus und bringt seine Artgenossen in einer Gewaltorgie reihenweise um – mit Machete, Beil oder Baseballschläger.

Dass das Spiel laut dem internationalen PEGI-Rating, an dem sich die hiesigen Händler orientieren, schon für 12-Jährige geeignet sein soll, schockiert Roland Nef von der Vereinigung gegen mediale Gewalt: «Das Spiel ist eine perfid getarnte Anleitung zum Amoklauf. Ein zwölfjähriger Aussenseiter kann sich in dieser Spiel-Anlage problemlos wiedererkennen.» Der Verkauf müsse «blitzartig gestoppt» und hierzulande eine eigene Zertifizierungsstelle für solche Games geschaffen werden.

Beim Importeur Active Soft weist man die Verantwortung von sich: «Wir sind eine einfache Vertriebsfirma und nicht für die Freigabe zuständig», so Geschäftsführer Jürg Hediger. Im «humorvoll gestalteten Spiel» müsse man sich «aktiv wehren». Der Gameverband Swiss Interactive Entertainment Association wollte sich nicht zu «Naughty Bear» äussern. Allerdings: Der Händler Wog.ch hat die Altersangabe gestern auf 16 angehoben, nachdem er von 20 Minuten auf das Spiel hingewiesen worden war: «Die Freigabe ist offensichtlich zu tief», so Geschäftsführer Christian Wyler.

(daw)