Nach der Wahl

02. Dezember 2010 08:50; Akt: 03.12.2010 11:10 Print

«Gruezi and thank you»

von Stefan Wyss, SI - Wladimir Putin reiste nach dem Sieg Russlands bei der WM-Vergabe in die Schweiz. Er und kein anderer gab die russischen Statements ab. In der WM 2018 sieht Putin eine Chance für Europa und Russland.

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Erst viereinhalb Stunden nach dem Triumph auf sport-politischer Ebene, erst abends um 21.30 Uhr, gab es die offiziellen Statements der Russen. Der Grund ist einfach: Erst im Verlaufe des Abends kam Ministerpräsident Wladimir Putin aus Moskau angereist. Anders als andere Regierungschefs war er dem Lobbyieren und Werben vor der Vergabe ferngeblieben. Er habe nicht Druck auf das Wahlgremium ausüben wollen. Jetzt wisse er aber, dass die Mitglieder des Komitees zu Unrecht in der Kritik gestanden hätten. Als der Sieg feststand, brach Putin seine Sitzungen in Moskau ab und flog nach Zürich.

Begrüsst wurde er von der russischen Delegation und den Journalisten aus Russland mit einer Standing Ovation. Auch der milliardenschwere Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch applaudierte seinem Präsidenten. Weltbewegendes sagte Putin danach während der 45-minütigen Medienkonferenz nicht. Aber das war auch nicht nötig. Der Auftritt machte trotzdem Eindruck, und er vermittelte vor allem eines: Putin ist der starke Mann, ohne ihn läuft in Hinblick auf die WM-Tage in knapp acht Jahren gar nichts.

Gruezi

«Gruezi!», so begrüsste Putin die Anwesenden im Auditorium des Zürcher Messezentrums. Danach bedankte er sich bei Josef Blatter und den restlichen Delegierten. Er gab sich offen und nahbar. Einen Talkmaster brauchte er nicht. Putin erteilte den Journalisten selbst das Wort für ihre Fragen.

Putin lud die Welt ein, 2018 nach Russland zu kommen. «Sie werden ein ehrenhaftes und offenes Land kennenlernen. Ein Land, das sich verändert hat seit dem Kalten Krieg. Die Vorurteile gegenüber den Russen sind Stereotype. Russland entwickelt sich und wird sich bis 2018 nochmals verändern.»

Schon jetzt stellte Putin klar, dass die Touristen unkomplizierte Bedingungen antreffen werden. «Es gibt während der WM keine Visumspflicht, und die Reisen zwischen den Städten werden gratis sein. Die Leute sollen neben dem Fussball auch unser Land sehen.»

Vier Jahre nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi wird Russland wieder die (Sport-)Welt empfangen. Das rang dem sportbegeisterten Putin ein paar pathetische Worte ab: «Europa wird dadurch weiterentwickelt und auch die letzten unsichtbaren Berliner Mauern werden fallen.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roger de beauleu am 03.12.2010 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    der blatter, ein walliser

    guten tag russland ist ein sehr schönes land, katar kenne ich nicht - gegen die entscheidung ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn da die nicht die korruptionsvorfälle wären, doch die sind auch da, wenn andere länder gewählt worden wären. korruption müsste härrter bestraft werden, denn sie darf keinen platz in unserem leben finden. menschen, die nach macht streben sind gut, es braucht sie, doch nicht um jeden preis und moral 'muss' ein wesentlicher bestandteil unseres täglich tuns sein. josef blatter kennt keine moral - schade, denn es würde ihm in seiner position sehr gut stehen.

  • Peter Meili am 02.12.2010 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Russland ja, Katar nein

    Es ist zu bezweifeln, dass in Katar die Stadien nach der WM 2022 noch gebraucht werden (oder zumindest werden sie danach nie mehr voll sein). Insofern ist die Vergabe an Katar ökologischer Unsinn. Es zeigt uns bloss, wie kurzfristig die FIFA denkt und wie profitsüchtig sie ist.

  • Fussballfan am 02.12.2010 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgetretene Pfade verlassen

    All die Nörgler sollten zuerst mal mehr Informationen einholen, und dann nochmals nachdenken. Die Philosofie der Fifa ist schon lange bekannt. Den fussbal in mehr Länder bringen. D.h. auch die WM in Länder vergeben wo sie noch nie Stattfand. Nicht nur immer in den 3,4 gleichen Ländern!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ben am 08.12.2010 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    "gegen die Fans entscheiden"

    Also vielleicht etwas subjektiv diese Aussage. In Asien oder den arabischen Ländern sind die Fans wohl anderer Meinung.

    • Andra am 25.12.2010 20:16 Report Diesen Beitrag melden

      Na ja...

      Fair? Ja, das vielleicht auch. Aber kschaut euch das doch mal genau an. Es ist doch überall dasselbe... Wo geht denn z.B. die F1 hin, um neue Strecken zu bauen? Die alten, traditionellen Strecken verschwinden immer mehr und umgekehrt kommen so Länder dazu wie Indien. Sehr traditionelles Autobauer-Land. Ja, wirklich... ;O Alle gehen nuzr noch da hin, wo das grosse Geld zu machen ist, wie eben Katar. Und dass Russland nach Sotschi 2014 auch gleich noch die WM ausrichtet... Ob das fair ist, mag jeder selbst beurteilen....

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  • Mehmet Avci am 08.12.2010 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    EIN PAAR ZAHLEN

    208 Nationalverbände zählen zu den Mitgliedern der FIFA. Die FIFA-WM fand bis jetzt 19 mal statt. Alleine Deutschland, Frankreich, Italien und Mexico hatten je 2 mal die Ehre, der Gastgeber zu sein. 16 verschiedene Gastgeber gab es bis jetzt..........es ist also nur FAIR, dass diesmal mit Russland und dann Qatar, 2 neue Gastgeber dazu kommen. Viel mehr stört es mich, dass in der ChampionsLeague bis zu 4 Mannschaften pro Liga in die Gruppenphase mit 32 Teams kommen dürfen. Ich finde, es soll, wie der Name CHAMPIONSLEAGUE sagt, nur der Meister jeder Liga qualifiziert sein.

  • Pesche am 08.12.2010 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Versteigerung

    Spitzenfussball = Business Deshalb sollte die WM versteigert werde. Somit wird Transparenz geschaffen und man weiss wieviel die einzelnen Verbände bereit sind zu bezahlen. Ausserdem kommt so das Geld wiederum via FIFA dem Fussball zu gute. Heute wird auch bezahlt, das Geld verschwindet aber in verschiedene private Taschen.

  • Fan am 07.12.2010 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fan

    Korruption hin oder her, Qatar ist in meinen augen zu warm für fussball. die müssen den Rasen künslich runterkühlen.. Reinste energyverschwendung..

  • Peter Meyer am 07.12.2010 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum FIFA ?

    Warum FIFA ? Haben wir nicht genügent andere Firmen und Organisationen, die das Gleiche tun ? Lasst die FIFA sterben und wählt eine Neue (inkl. dem Oberguru).

    • Kicki am 08.12.2010 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Warum Fifa?

      Glaubst Du wirklich, dass eine "andere" Organisation besser wäre. Die Fifa ist ja keine Firma, sondern quasi nur eine von den Mitgliedern des Weltfussballs ins Leben gerufene Organisation, die Als Hauptaufgaben die Durchführung der WM und das Fördern des Fussballs weltweit hat. Wer immer auch an deren Spitze steht, bei so grossen Sachen kommt immer Geld ins Spiel. Ist nie zu vermeiden. Also, was solls?

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