Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Trend gebrochen
02. November 2011 13:56; Akt: 02.11.2011 16:48 Print
Erste Erfolge im Kampf gegen Skimming
Die Fälle von Skimming an Bankomaten, in Geschäften oder bei der SBB haben 2011 massiv zugenommen. Nun scheint aber ein Durchbruch gelungen zu sein.
Über 10 Millionen Dollar haben Datendiebe dieses Jahr bereits mit manipulierten Schweizer Geldautomaten ergaunert, und dabei sind die Kunden der PostFinance noch nicht einmal berücksichtigt. Doch nun zeigen die Gegenmassnahmen Wirkung: Statt zwei bis drei Skimming-Fälle pro Tag gibt es noch etwa zwei pro Woche.
Dies sagte Alain Bichsel, Sprecher der auf die Verarbeitung von Kartentransaktionen spezialisierten SIX Card Solutions, auf Anfrage der sda. Vor wenigen Tagen hatten die Bundesbehörden eine sprunghafte Zunahme von manipulierten Geldautomaten und Zahlterminals im ersten Halbjahr 2011 gemeldet. Dieser Trend scheint jedoch gebrochen.
Rasche Sperrung
Grund dafür sind laut Bichsel die Sensibilisierung der Kunden und die Gegenmassnehmen von Banken, Automatenherstellern und SIX Card Solutions. Die Geräte seien technisch aufgerüstet, die Kontrollen verstärkt und die Kartensperrungs-Prozesse verbessert worden, sagte er.
Karten würden etwa sofort gesperrt, wenn in kurzem Abstand Bezüge in der Schweiz und im Ausland getätigt würden. Das Gleiche passiert mit Karten, die an manipulierten Automaten benutzt wurden. Dank dieser Massnahmen seien die Betrugsfälle in den letzten Monaten markant zurückgegangen. Trotzdem konnten Betrüger bis Ende August knapp 10 Millionen Dollar von Schweizer Bankkonten abheben, wie Bichsel sagte.
Bald haben die Banken aber noch eine weitere Waffe im Kampf gegen die Skimming-Banden: SIX Card Solutions hat ein Tool entwickelt, mit dem die Bankkunden ihre Karten für bestimmte Länder sperren lassen können. Dies ist darum wirksam, weil die mit Skimming erschlichenen Kartendaten nur in jenen Ländern eingesetzt werden können, in welchen die Geldautomaten ausschliesslich mit dem Magnetstreifen funktionieren.
Dazu gehören etwa die USA, die Dominikanische Republik, Russland oder die Ukraine. In diesen Ländern werden auch die meisten Bezüge mit ergaunerten Kartendaten getätigt. In der Schweiz ist dies nicht möglich, weil hier für einen Bezug auch die Daten des Chip nötig sind. Dieser lässt sich im Gegensatz zur Magnetkarte kaum kopieren.
PostFinance zieht mit
Auch die PostFinance setzt auf die Einschränkung des Bargeldbezugs im Ausland. Die Post-Tochter will ihren Kunden demnächst anbieten, dass sie die Postcard für bestimmte Länder sperren können, wie Sprecher Alex Josty eine Meldung des «Blick» vom Mittwoch bestätigte. Wann das Angebot lanciert wird, ist noch nicht bekannt.
PostFinance wickelt über die Hälfte der Zahlungen in der Schweiz ab. Beim Skimming hatte das Unternehmen bisher Glück: Postomaten seien bisher nicht oder nur so dilettantisch manipuliert worden, dass keine Karten ausspioniert werden konnten, sagte Josty.
Allerdings wurden Postkunden Skimming-Opfer, als sie an Automaten von Banken Geld bezogen. Zahlen gibt PostFinance nicht bekannt. Die betroffenen Kunden seien entschädigt worden, sagte Josty. Das gilt auch für Bankkunden: Den Schaden tragen die Finanzinstitute.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 16 Kommentare






























Big Brother
Eine Cam? Das ich nicht lache... Das ruft dann sofort wieder die Datenschützer auf den Plan. Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen überwacht zu werden, damit Verbrecher schneller überführt werden können. Gilt auch für Telefon und Mail-Überwachung.
bankenproblem
ich frage mich ja, warum dies das problem der bürger sein sollte. die karten-automaten sind sache der bank. das so etwas überhaupt möglich ist, zeigt wieder sehr schön, das die banken dieses risiko eingehen wollen. cam welche den bankomaten überwacht, würde reichen. womit man die manipulation des verbrechers am automaten direkt dann auch verfolgen könnte. aber das scheint ja nicht gewünscht zu sein.
Stop bank-bashing
Skimming ist wie ein pc-virus: man kann erst aufrüsten, wenn bekannt ist wo das problem liegt. Zudem wird ein allfälliger schaden von den banken bezahlt. Also wo wird das risiko auf den kunden abgewälzt? Unterscheidet doch mal zwischen banken und investmentgaunern - das sind völlig verschiedene institute/berater.
ofer
pc viren werden aber oft von softwerherstellern selbst gemacht..
Weg mit dem Magnetstreifen
Mit den aktuellen Skimming Methoden wird der Magnetstreifen kopiert und zusammen mit dem (durch Kameras oder aufgesetzte Tastaturen gewonnene) Code auf neue Karten übertragen. In den meisten Ländern ist aber der Kartenchip relevant und nicht der Magnetstreifen. Ich verstehe nicht, warum nicht nur noch Karten mit Chip und ohne Magnetstreifen ausgegeben werden. Wer in die wenigen Länder fährt, die noch mit dem alten System funktionieren (USA, etc.) können sich ja dann eine speziell dafür bestellte Karte mit Magnetstreifen bestellen.
Die Antwort heisst VPAY
VPAY heisst das Analogprodukt von Maestro (MasterCard) aus der VISA-Linie. Dieses Produkt unterstützt nur den Chip. Frage mich, warum dieses Produkt in der Schweiz noch nicht eingeführt wurde ...